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Meinstein

Albert Einstein revolutionierte nicht nur unser Verständnis von Raum und Zeit, sondern brachte auch eine neue Spezies hervor: Einstein-Gegner. Könnte einer von ihnen recht haben?

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von
Max Rauner
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Albrecht Giese möchte nicht mit Einstein verglichen werden, sondern lieber mit Kopernikus. Giese hat eine physikalische Theorie entwickelt, die unser Weltbild umstürzen und alles erklären soll, von den Atomen bis zu den Galaxien. Sie sei eleganter als Einsteins Relativitätstheorie, sagt er, und viel leichter zu verstehen. Allerdings forscht er nicht an einer Universität, sondern im ersten Stock einer Ziegelsteinvilla am Ende einer Sackgasse in Hamburg-Othmarschen. Das macht die Sache kompliziert. Immerhin, das Jahr 2015 ist ein besonderes, deshalb macht Giese sich Hoffnung.

Auch Peter Wolff hat eine neue Theorie des Universums, er nennt sie die Weltpotentialtheorie. Wolff wohnt in einem winzigen Dorf in der Schweiz. Er hat die weltgrößte Physiker-Vereinigung vor dem Amtsgericht Bonn verklagt, die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), weil sie in einem Informationsblatt behauptete, das Universum enthalte "Dunkle Materie", das folge aus Einsteins Relativitätstheorie. Wolffs Welt kommt ohne diesen Stoff aus. Nun will er die DPG zwingen, eine Gegendarstellung zu drucken.

Osvaldo Domann hat gleich ganz von vorne angefangen und die komplette Physik auf eine neue Basis gestellt, alles von seiner Doppelhaushälfte im oberbayerischen Manching aus. Und dann ist da noch Jürgen Brandes, der mit seiner Frau am nördlichen Saum des Schwarzwalds wohnt und seit 25 Jahren über die Relativitätstheorie grübelt, was für die Familie nicht immer einfach war. Professoren nennt er "Raumzeit-Ideologen". Seine Alternativtheorie hat er im Eigenverlag veröffentlicht, Mitte März steht sein Buch auf dem Amazon-Rang 1 029 330.

An den Rändern der Wissenschaft wird sehr oft deutlich, worum es im Kern gerade geht. Brandes, Giese, Wolff...

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Nr. 3/2015