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Ein Lamm kommt zur Welt

Zwischen Januar und März werden auf dem Bioland-Hof von Familie Volquardsen in Nordfriesland etwa 250 Lämmer geboren – zwei davon an dem Tag, als Warum! zu Besuch war

ODILE HAIN
von
Gunthild Kupitz
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Das Erste, was zu sehen ist, sind die Spitzen schwarzer Hufe. Nach und nach schieben sich die dazugehörigen Vorderläufe heraus, umhüllt von klarem Schleim. Bis schließlich – „Könnt Ihr erkennen was jetzt kommt?“ – ein kleines, schwarz-weiß gesprenkeltes Maul mit dem Kopf erscheint. Vorsichtig wischt Redlef Volquardsen, der 38-jährige Schäfer, mit der linken Hand die Nasenlöcher frei und ergreift mit der rechten behutsam die Vorderläufe von dem Lamm, das das Mutterschaf Kimmi gerade im Stehen herauspresst. „Tut ihm das nicht weh, wenn du es da ziehst?“, fragt Nora, die aufmerksam hinter ihm die Geburt verfolgt. „Nein, nein“, beruhigt Volquardsen die 6-Jährige, „ich helfe nur ein bisschen.“

Keine halbe Minute später erscheinen der Rücken sowie die Hinterläufe, und schließlich flutscht der kleine Körper ins frische Stroh. Sofort dreht sich Kimmi leise blökend zu dem Neugeborenen um und beginnt, es an Kopf und Hals trocken zu lecken. Es ist ein Bock; und er antwortet ihr mit einem hohen Meckern. Um die beiden herum stehen, liegen und laufen an diesem kalten Sonntagmittag im Februar etwa 130 Ostfriesische Milchschafe samt ihrer 100 Lämmer. „Haben die alle einen eigenen Namen?“, will die 5-jährige Greta aus Hamburg wissen, die zusammen mit Nora zu Besuch auf den Hof nach Tetenbüll in Nordfriesland gekommen ist. „Ja, alle“, bestätigt Volquardsen mit einem Nicken. „…und der kleine Bock soll Linus heißen“, entscheidet seine Tochter Klara, 4. Ihr Vater notiert den Namen…

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Nr. 1/2013