Lesezeit 11 Min
Sport

„Paris hat mich geprägt“

Mit 17 gewann Michael Chang in Roland Garros. Im Interview spricht der jüngste Grand Slam-Sieger der Geschichte über die Faszination Paris, seinen Rivalen Ivan Lendl, Duelle gegen Boris Becker und seinen Schützling Kei Nishikori

Photo Works / Shutterstock.com
von
Andrej Antic
Lesezeit 11 Min
Sport

Wer an Michael Chang denkt, hat ein Match vor Augen: Paris 1989. Der 17-jährige Außenseiter gegen die Nummer eins Ivan Lendl. Der Amerikaner mit den chinesischen Wurzeln serviert von unten, hat Krämpfe, kann sich kaum bewegen. Lendl verzweifelt an der Situation – und Chang gewinnt.

27 Jahre später sind wir mit dem Paris-Sieger vergangener Tage in Stuttgart zum Interview verabredet. Es geht – natürlich – auch um diese Partie. Eine halbe Stunde nimmt sich Chang Zeit. Er ist höflich, beantwortet die Fragen geduldig. Anschließend lässt er sich bereitwillig fotografieren. Der aktuelle Coach von Kei Nishikori scheint komplett in sich zu ruhen. Abends spielt er einen Showkampf gegen Michael Stich. Als das Gespräch vorbei ist, bedankt Chang sich und verschwindet so unscheinbar wie er aufgetaucht ist.

Mister Chang, wie oft sind Sie eigentlich auf das Match bei den French Open gegen Ivan Lendl angesprochen worden?

Oh, sehr oft. Aber ich rede gerne darüber. Schießen Sie los.

Hat dieses Match Ihre Karriere besonders beeinflusst?

Ich glaube schon. Es war wie ein Grundstein. Ich habe so viele Lektionen in diesen viereinhalb Stunden gelernt, die mir ein Leben lang geholfen haben. In gewisser Weise hat Paris meine Karriere geprägt. Das Match hat mir geholfen zu glauben, dass alles möglich ist. Die andere Lektion: nie aufgeben! Man weiß nie, was passiert.

Der Autor hat inzwischen Fotos von Chang als 17-Jährigen auf dem Tisch drapiert. Eines…

Jetzt weiterlesen für 0,49 €
Nr. 6/2016