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„Mich versichert keiner mehr - ich bin ein kaputtes Pferd“

Fast 37 Jahre alt und noch kein bisschen müde. Tommy Haas kämpft für seine Rückkehr auf die Tour. Was ihn antreibt, was er nach dem Karriereende tun möchte und ob er noch einmal im Davis Cup aufschlägt, verrät er im großen Comeback-Gespräch

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von
Carli Underberg
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Herr Haas, im April werden Sie 37 Jahre alt, im Tennis ja fast schon ein biblisches Alter. Warum kämpfen Sie noch so verbissen um ein erneutes Comeback?

Es gibt nichts Schlimmeres für einen Sportler, als das Ende seiner Karriere nicht selber zu bestimmen und sich wegen einer Verletzung verabschieden zu müssen. Ich möchte selber entscheiden, wann Schluss ist. Ich weiß, dass ich noch ein paar tolle Matches, ein paar gute Turniere in mir habe.

Siegt da nicht einfach nur der sportliche Ehrgeiz über die Vernunft?

Nein. Immer wieder haben mich Verletzungen zurückgeworfen und dann war ich mit 35 Jahren plötzlich wieder die Nummer zwölf. Das hätte doch keiner wirklich erwartet. 2013 habe ich mit Wien und München zwei meiner Lieblingsturniere gewonnen. Es klingt vielleicht etwas komisch, aber die vielen Verletzungen in meiner Karriere hatten auch etwas Gutes.

Nämlich?

Ich bin vom Kopf her immer frisch geblieben. Die Pausen taten diesbezüglich gut. Ich habe nie das Gefühl der Genugtuung verloren, auf der Tour ein Match zu gewinnen. Das Gefühl zu haben, mit einem Sieg etwas Besonderes geschafft zu haben. Und je älter ich werde, umso mehr genieße ich das. Und es gibt noch einen weiteren wichtigen Grund, warum ich auf den Platz zurückkehren will.

Der da wäre?

Meine Tochter Valentina. Sie wird jetzt vier Jahre. Ich möchte, dass sie ihren Vater noch…

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Nr. 1-2/2015