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Sport

„Ich habe genug Geld verdient!“

Der Rumäne Ilie Nastase war die erste Titelfigur von tennis MAGAZIN. Im kanarienfarbenen Dress schmückte er 1976 die Juni-Ausgabe. 40 Jahre später plaudert er über Geld, Autos und Frauen

von Robbie Mendelson (originally posted to Flickr as Ilie Nastase) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons<

Herr Nastase, Sie waren unser erster Titelheld. Woran erinnern Sie sich, wenn Sie an 1976 denken?

Dass ich damals kaum Turniere spielte. Es gab eine Serie, die sich Team Tennis nannte. Billie Jean King hatte sie ins Leben gerufen. Wir hatten gemischte Mannschaften, die gegeneinander antraten. Es war pures Entertainment. Die Leute durften in die Ballwechsel hineinrufen. Es gab gutes Geld zu verdienen. Für mich war es genau das Richtige, weil ich schon am Ende meiner Karriere stand.

Klingt ein bisschen nach der IPTL, der Showliga, die jetzt am Saisonende durch Asien tingelt.

Nur, dass heute niemand etwas dagegen hat. Damals wurden Guillermo Vilas und ich für die French Open gesperrt. Dass ich erst für Los Angeles und später für Hawaii spielte, passte den Machern nicht.

Aber in Wimbledon durften Sie 1976 dabei sein und schafften es bis ins Endspiel.

Ich war selbst überrascht, weil ich nicht im Match-Rhythmus war. Beim Team Tennis spielte man nur einen Satz, außerdem war ich der Coach meiner Truppe, betreute unter anderem Chris Evert.

Wie erlebten Sie das Finale gegen Björn Borg?

Ich war 30, Borg war 20 – es war sein erstes von sechs Finals in Folge. Erst sah es so aus, als könnte er gar nicht antreten. Er hatte sich im Match gegen Roscoe Tanner verletzt, ließ sich eine Spritze geben. Als es dann losging, hatte ich den besseren Start,…

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Nr. 1-2/2016