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Sport

„Frauen muss man unter Kontrolle halten“

Dieter Kindlmann war der Hittingpartner von Maria Sharapova. Mittlerweile ist der Ex-Profi Trainer von Anastasia Pavlyuchenkova. Ein Gespräch über fittere Spielerinnen, kleine Diven und fehlende Typen im Damentennis

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von
Andrej Antic
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Man würde mit Dieter, genannt „Didi“, Kindlmann (34) gerne ausführlich über eine Person reden – Maria Sharapova. Schließlich war kaum einer so nah dran an der wegen Meldonium-Missbrauchs gesperrten Russin wie er, der frühere Hittingpartner und Assistenztrainer. „Zu der Dopingaffäre kann ich nichts sagen. Mir fehlen auch die Einblicke“, sagt Kindlmann diplomatisch. Ein Gespräch mit dem Ex-Profi, der sich als akribischer Arbeiter beschreibt, lohnt aber auch so. Der Mann ist ein echter Insider der Damenszene.

Herr Kindlmann, drei Jahre waren Sie der Hittingpartner von Maria Sharapova. Wie bewerten Sie diese Zeit rückblickend?

Es war die beste Zeit meiner Karriere. Ich denke, es wird nie eine bessere kommen. Ich hatte das Glück, dass Marias damaliger Trainer Thomas Högstedt mich fragte, ob ich als Hittingpartner einspringen könnte. Ich habe es unter der Bedingung gemacht, dass ich nach ein paar Wochen zum BTV (Bayerischer Tennis Verband) als Tour-Coach zurückkehren kann. Nach zwei Monaten fragte man mich, ob ich mir den Job fulltime vorstellen könne. Damit hatte ich nicht gerechnet und war happy. Ich habe sehr, sehr viel gelernt von Högstedt, Jimmy Connors oder Sven Groeneveld. Ich durfte bei jedem über die Schulter schauen und eigenverantwortlich arbeiten. Ich hatte keine Ahnung, was im Damentennis und besonders bei einem Superstar wie Maria abgeht. Ich war zwar selbst die Nummer 130 der Welt, aber in puncto Fitness, Ernährung,…

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Nr. 10/2016