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„Es zählen nur Titel!“

Sie ging mit 14 Jahren auf die Tour, war die jüngste Nummer eins der Geschichte. Heute ist Martina Hingis, 34, die vielleicht beste Doppelspielerin der Welt. Wir sprachen mit der Schweizerin über Karriere, Kindheit und Ziehtochter Belinda Bencic

Galina Barskaya / Shutterstock.com
von
Felix Grewe
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Frau Hingis, vor 21 Jahren begann Ihre Karriere. Nach zwei Unterbrechungen sind Sie heute wieder eine der besten Doppelspielerinnen der Welt und haben in Wimbledon im Doppel und im Mixed triumphiert. Genießen Sie die Tour inzwischen mehr als früher?

Es fühlt sich ganz anders an. Als ich noch Einzel spielte, habe ich fast doppelt so viel trainiert wie heute. Inzwischen genieße ich das Leben auf der Tour auf eine andere Art und Weise. Der Druck ist geringer. Abends gehe ich jetzt auch mal aus, um ein Glas Wein zu trinken. Die Erfolge, die noch kommen, betrachte ich als Bonus. Wimbledon war natürlich unglaublich – 17 Jahre nach meinem Einzelsieg dort. Ich habe immer daran geglaubt, dass es möglich ist, noch große Siege zu feiern.

Was hat Sie dazu bewogen, mit Anfang 30 auf die Tour zurückzukehren?

Das ergab sich, als ich 2014 mit Sabine (Lisicki, Anm. d. Red.) trainierte. Ich hatte zwar im Jahr zuvor schon ein paar Mal mit Daniela (Hantuchova, Anm. d. Red.) gespielt, aber ohne größere Erfolge. Als Sabine und ich dann spontan in Miami starteten und die Doppelkonkurrenz gewannen, war das großartig – ein besonderer Erfolg, weil er aus dem Nichts kam. Damals habe ich gemerkt, dass ich im Doppel noch gut mithalten kann.

Hatte die Zusammenarbeit mit Lisicki nicht geklappt, aufgrund unterschiedlicher taktischer Ideen?

Nein, das nicht. Sie kam schon vorher fünf bis sechsmal im Jahr mit ihrem Vater zu uns nach Hause und trainierte mit meiner Mutter. Sie…

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Nr. 8/2015