Lesezeit 14 Min
Sport

Der Fall Arriens

Der Rausschmiss von Davis Cup-Chef Carsten Arriens sorgte in der Szene für ein mittleres Erdbeben. Warum musste er gehen? Die große Analyse 

GETTY IMAGES
von
Andrej Antic
und
Felix Grewe
Lesezeit 14 Min
Sport

Die Causa Arriens – sie ist ein weiteres Negativkapitel in der jüngeren DTB-Geschichte: So wie die schleichende Entmachtung des früheren Kapitäns Patrik Kühnen, die ständigen Querelen zwischen dem Ex-Präsidenten Karl-Georg Altenburg und den Landesfürsten oder die monatelangen Reibereien im Bundesausschuss vor der Präsidentschaftswahl im November 2014, als lange Zeit der Name Michael Stich kursierte und man sich schließlich auf Ulrich Klaus als DTB-Chef einigte.

Die Demission von Carsten Arriens reiht sich nahtlos ein in diese Pleiten-Pech-und-Pannen-Serie. Nach dem Rausschmiss lässt sich darüber streiten, ob der Davis Cup-Chef zum Opfer von Verbandsmechanismen wurde oder allein die Schuld daran trug, dass sein Dreijahres-Vertrag, der im November ausgelaufen wäre, vorzeitig beendet wurde. Wahrscheinlich ist es eine Kombination von beidem.

Die Tragweite des Rauswurfs lässt sich auch daran erkennen, wie aufgebracht hinter den Kulissen diskutiert wurde. Der Fall Arriens teilte Tennisdeutschland in die, die ihn für einen ausgewiesenen Fachmann hielten, für eine Art Ikone unter den Tennistrainern Deutschlands, der zu Unrecht gefeuert wurde. Und die, die Arriens so zeichneten: Ein Mann, der Krisen nicht meistern konnte. Der Diskussionen aus dem Weg ging. Der sich schwer tat zu kommunizieren – vor allem mit den Medien.

Chronologie der Davis Cup-Kapitäne

Von Pilic bis Arriens: die letzten sechs Teamchefs

von Tim Böseler

Niki Pilic 1987 - 1997
Mit dem Namen Pilic verbindet man sofort den Davis Cup. Kein anderer Teamchef war erfolgreicher (drei Titel: 1988, 1989, 1993), keiner war charismatischer. Bilanz: 23:8…

Jetzt weiterlesen für 0,53 €
Nr. 3/2015