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Technik

Wie kommt die Mathematik in die Welt?

Sind mathematische Gesetze eine feste Eigenschaft der Natur – oder hat der Mensch sie erfunden, um die Welt zu beschreiben? Die Antwort könnte helfen, Mathematik leichter zu erlernen.

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von
Wolfgang Richter
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2 + 3 = 5

Diese einfache mathematische Gleichung hat Kurs aufs Ungewisse genommen. Zusammen mit einigen anderen (darunter 2 x 3 = 6) ist sie auf den „Voyager Golden Records“ abgespeichert, jenen vergoldeten Schallplatten, die sich auf den beiden 1977 gestarteten Voyager-Raumsonden der Nasa befinden. Nachdem diese unser äußeres Planetensystem erkundet haben, treiben sie nun ins offene Weltall hinaus. Sollten außerirdische Lebensformen die Sonden zufällig einfangen und auch noch die Bedienungsanleitung zum Abspielen der Platten enträtseln, würden sie neben Tönen und Bildern von der Erde auch mathematische Tafeln bestaunen können. Aber würden sie sie auch verstehen?

Der Kosmologe Max Tegmark vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) meint: Ja. Unser gesamtes Universum sei nichts anderes als Mathematik. Das Erkennen mathematischer Zusammenhänge wäre dann ein direkter Einblick in die Bedingungen unserer Existenz, Mathematik die universale Sprache des Universums – und damit der beste Weg, mit Außerirdischen in Kontakt zu treten.

Der Kognitionspsychologe Rafael Núñez von der Universität von Kalifornien in San Diego hält dagegen: Für ihn ist der ab - strakte Umgang mit Zahlen kein Produkt der Evolution, sondern eine vorwiegend kulturell erworbene Fähigkeit.

Wer hat recht? Ist Mathematik wie Licht oder Hitze – eine Eigenschaft der Natur, für die Gehirne eine Art Sinn besitzen? Oder ist Mathematik eher wie Sprache, ein Hilfskonstrukt…

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Nr. 3/2018