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Technik

Sie sind durchschaut

Neue Observationstechniken perfektionieren die Überwachung durch Staat und Polizei. Erste Geräte zur Gegenwehr gibt es auch schon.

Alonafoto / Shutterstock.com
von
Roman Goergen
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Technik

Im Kampf gegen Verbrechen und Terror sind moderne Observationstechnologien längst nicht mehr wegzudenken. Schon seit Jahrzehnten kommen etwa konventionelle Kameras überall auf der Welt in CCTV-Systemen (Closed Circuit Television) zur Beobachtung öffentlicher Plätze, Straßen und Bahnhöfe zum Einsatz. Doch sie können nur das Offensichtliche aufzeichnen. Sie enthüllen weder, was Menschen untereinander bereden, noch was sich in abgeschlossenen Räumen abspielt. Deshalb suchen Ermittler nach neuen Techniken, um diese Grenzen zu überwinden. Je umfassender und ausgefeilter jedoch die technischen Möglichkeiten der Überwachung, desto größer auch die Sorge, dass die allgegenwärtige Observation Bürgerrechte zu sehr einschränkt, besonders das Recht auf Privatsphäre. Juristen kämpfen dagegen, Hacker bieten bereits erste Werkzeugkästen an, um der staatlichen Überwachung zu entgehen. Im 21. Jahrhundert zeichnet sich also ein neues Wettrüsten ab – zwischen Überwachern und Überwachten. Ein Überblick.

Durch Hausmauern sehen

Die Ankündigung klingt nach Science-Fiction: „Wir demonstrieren hier, wie unser Gerät Personen hinter Hausmauern mithilfe von WiFi verfolgen kann“, sagt Dina Katabi, Leiterin des Projekts Emerald am Wireless Center des Massachusetts Institute of Technology (MIT) im amerikanischen Cambridge. Das Gerät sendet WiFi-Signale in einen Raum, der bis zu 18 Meterentfernt sein kann, dessen Betonwände aber nicht mehr als 20 Zentimeter dick…

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Nr. 2/2017