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Technik

„Nicht einmal von Regierungen zu stoppen“

Jaron Lanier hat das Internet und die digitale Kultur entscheidend mitgeprägt. Nun jedoch sieht er in ihr eine wachsende Gefahr. Seine Kritik an Google, Facebook und Co. ist schärfer denn je. Ein Gespräch über Desillusionierung.

Canticle at en.wikipedia [CC BY-SA 3.0
von
Wolfgang Stieler
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Technik

TR: Herr Lanier, Sie sind ein Pionier der virtuellen Realität. Trotzdem sind Sie von der Renaissance dieser Technologie nicht uneingeschränkt begeistert. Sie haben sogar gesagt, VR könne eine sehr unheimliche Waffe werden. Warum?

JARON LANIER: Ich habe darüber zusammen mit Jeremy Bailenson von der Universität Stanford geforscht. Um ehrlich zu sein, ist Jeremy der eigentliche Experte auf diesem Gebiet – er hat sich gemeinsam mit seinen Studenten noch sehr viel intensiver damit beschäftigt. Ich gebe Ihnen dennoch ein paar Beispiele: Sie können in einer virtuellen Umgebung dafür sorgen, dass ein Politiker seinem Gesprächspartner ein kleines bisschen ähnlich sieht. Schon wird dieser Politiker demjenigen ein bisschen sympathischer vorkommen. Sie können das Größenverhältnis der beiden zueinander ändern – dafür sorgen, dass einer der beiden ein bisschen kleiner wirkt. Das kann sehr subtil sein, aber trotzdem Auswirkungen auf das Ergebnis von Verhandlungen haben. Es gibt eine Menge ähnlicher Techniken. Kurz gesagt, kann man das, was ein Mensch in der virtuellen Umgebung sieht, verändern, um seine Wahrnehmung zu manipulieren.

Das klingt tatsächlich unheimlich.

Und das ist noch nicht mal die fortgeschrittenste Möglichkeit. Um die Illusion einer virtuellen Umgebung perfekt zu machen, müssen Sie ja alles Mögliche über den User wissen – seine Blickrichtung zum Beispiel. Wenn Sie wissen, wohin jemand seine…

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Nr. 10/2016