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Guten Appetit

Neue Angebote sollen unser Ernährungsverhalten umkrempeln. Von der Verwertung übrig gebliebener Restaurant-Menüs bis zum Insekten-Snack – das Internet ist das Buffet der Moderne. Unser Autor hat sich fünf Tage lang durchgefuttert.

Vector Goddess / shutterstock.com
von
Christian Honey
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Ich bin ein begnadeter Koch, finde ich. Allerdings kommt mein kulinarisches Genie eher selten zur Geltung. Meist weiß ich schlicht nicht, wonach mir der Gaumen steht, und schon gar nicht, wie man Appetit in Rezepte verwandelt. Außerdem habe ich wie jeder ernst zu nehmende Mensch keine Zeit, um Rezepte durchzublättern, einzukaufen und dann noch zu kochen. Das ist bedauerlich, denn ich bin, was die Briten einen „Eater“ nennen: Ich esse gern und probiere alles, was unter meine Nase gestellt wird. Die kommenden fünf Tage will ich diese Eigenschaft auf die Probe stellen. Nicht meine Vorlieben, sondern das Angebot im Netz soll mich satt machen.

Montag

Home eat Home – weit reisen, um daheim zu kochen

Heute will ich meine Kochkünste wiederbeleben. Home eat Home bietet dafür Kochtüten mit Rezepten und allen Zutaten zum Abholen. Gegründet hat das Unternehmen Sebastian Esser (passender Name, wie ich finde). Esser ist heute Director Strategic Operations bei Vertical Media in Berlin, das unter anderem das Online-Magazin Gründerszene betreibt. Praktisch für Home eat Home, denn Gründerszene berichtet auch über Home eat Home auffällig freundlich, etwa darüber, wie toll es ist, dass Coca-Cola das Unternehmen seit 2014 mitfinanziert. Sei’s drum: Los geht’s. Gegen 10 Uhr schaue ich in die App von Home eat Home und hätte Lust auf das „Krosse…

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Nr. 8/2016