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Technik

Entzauberung des Valleys

Gegenwind für das Silicon Valley: Noch nie wurden die kalifornischen Internet-Konzerne und ihre Kultur so heftig kritisiert wie 2017.

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von
Christian Buck
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Schon der Beginn des Jahres hatte es in sich: Am 19. Februar veröffentlichte die Software-Entwicklerin Susan Fowler einen Blog-Beitrag über ihr „sehr, sehr seltsames Jahr bei Uber“. Darin berichtete sie unter anderem ausführlich über sexuelle Avancen eines Vorgesetzten, eine Personalabteilung, die auf ihre anschließende Beschwerde nicht reagierte, und die Entdeckung, dass auch andere weibliche Uber-Mitarbeiter ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. Aus ihrer Sicht war es darum kein Wunder, dass viele Kolleginnen wegen des „Sexismus in der Organisation“ das Unternehmen verließen.

Fowlers Blog und die anschließenden Ermittlungen hatten Folgen: Uber entließ 20 Mitarbeiter, verwarnte sieben weitere und schickte 31 Angestellte in Schulungen. Der Text erwies sich zudem als weiterer Nagel am Sarg von Uber-Chef und -Mitgründer Travis Kalanick. Im Juni musste er auf Druck der Investoren schließlich seinen Hut nehmen. Keine schönen Schlagzeilen für Uber, einen der Superstars des Silicon Valley.

Aber Fowler schien lediglich ein Fass zum Überlaufen gebracht zu haben, in dem es schon lange brodelte: Nach ihr berichteten immer mehr Frauen, dass sie sich als Angestellte oder Unternehmensgründerinnen von Vorgesetzten und Geldgebern belästigt und benachteiligt fühlten. Die „Kultur der Belästigung“ im Silicon Valley – lange eher totgeschwiegen oder nur sporadisch diskutiert – wurde plötzlich zu einem Thema, das Schlagzeilen machte. „Sexismus ist im Silicon Valley…

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07.12.2017