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Dein Handy fühlt mit

Forscher haben die Vision, eine drohende Depression frühzeitig zu erkennen. Helfen sollen ihnen die Daten der Smartphones.

geralt / pixabay.com
von
Eva Wolfangel
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Die Vision von Rosalind Picard ist radikal – und gleichzeitig hoch spannend: „Wenn uns alle erdenklichen Daten über einen Menschen zur Verfügung stehen, sollten wir dann nicht Depressionen erkennen können – und zwar bevor sie ausbrechen?“ Und was könnte besser diese Daten sammeln als jene Geräte, die wir ständig bei uns tragen? Die Elektroingenieurin vom Massachusetts Institute of Technology untersucht seit vielen Jahren, wie Wearables verschiedenster Art Emotionen erkennen können. Doch nun verfolgt die Gründerin der Forschungsgruppe Affective Computing ein neues Ziel. „Mein Chef bat mich, eine Moodwatch zu bauen, die ihm die Stimmung seiner Frau verrät, bevor diese nach Hause kommt“, erzählt sie lachend. Dadurch kam ihr eine Idee: Sollte man nicht über all die Daten mehr über die Stimmung eines Menschen heraus - bekommen und gefährliche Muster erkennen können, bevor die Person selbst sie bemerkt?

Picard zeigt anhand zweier Kurven, wie das geht. Die Grafik dokumentiert Daten aus dem Leben zweier Probanden: Auf der X-Achse verläuft die Zeit, auf der Y-Achse die Stimmung. Die beiden Kurven laufen zunächst recht parallel, doch dann folgt ein Einschnitt: „Hier gibt es eine Krise“, sagt Picard. Danach trennen sich die Kurven. Eine fällt steil ab, die Professorin hat sie rot eingefärbt. Die andere, blau, knickt nur kurz nach unten ein und gewinnt dann wieder zunehmend an Höhe, wenn auch etwas unterhalb des ursprünglichen Niveaus: „25 Prozent der Leute werden…

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Nr. 11/2017