Lesezeit 10 Min
Gesellschaft

Wurzeln schlagen

Sechs Einwanderer über ihr Gefühl, in Deutschland zu Hause zu sein

DMITRIJ LELTSCHUK / SPIEGEL WISSEN
von
Christine Haas
,
Antonia Roch
und
Rike Uhlenkamp
Lesezeit 10 Min
Gesellschaft

"Auch im Glauben fand ich meine Heimat."

Albert Babajan, 65, kam mit elf Jahren nach Deutschland. Er wurde in Iran geboren, heute ist er Pastor einer Persisch sprechenden Gemeinde in Hamburg.

co-spwi-2016-006-0036-02-226160-bi.jpg

Albert Babajan, 65, kam mit elf Jahren nach Deutschland.

Als ich Anfang der Sechzigerjahre in Hamburg ankam, war ich ein ziemlicher Exot. Viele hatten blonde Haare, meines war pechschwarz. Meine Eltern wollten uns Kindern mit dem Umzug nach Deutschland bessere Ausbildungschancen ermöglichen. Die anderen Kinder haben mich aber zunächst schlecht behandelt, mich geärgert oder hintergangen. Ich kannte mich am Anfang beispielsweise mit den Straßenbahnen noch nicht gut aus und wusste nur, dass ich zusammen mit meinen Klassenkameraden aussteigen muss. Einmal sind alle aus der Bahn gestiegen, und als ich es ihnen nachtat, sind sie wieder in den Waggon gesprungen. Die Bahn fuhr weg, ich stand allein da. Als ich anfing, mehr Deutsch zu sprechen, änderte sich die Situation aber zum Positiven. Ich denke, dass Sprache sehr wichtig ist, um an einem Ort anzukommen.

Nach dem Studium bin ich nach Iran geflogen, um herauszufinden, ob ich dorthin…

Jetzt weiterlesen für 0,88 €
Nr. 6/2016