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Was die Knochen bei Laune hält

Viele Menschen schonen die Gelenke aus Furcht vor Verschleiß. Dabei will der Knorpel bewegt werden, damit er nicht verkümmert.

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von
Jörg Blech
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Ein Ausflug ins Weltall gibt der Seele Auftrieb. "Ich wünschte, jeder Mensch könnte einmal einen Sonnenaufgang aus dem Orbit sehen. Habe jedes Mal eine Träne im Auge", twitterte der deutsche Geophysiker Alexander Gerst, als er in der Internationalen Raumstation ISS um die Erde kreiste.

Den Leib dagegen zieht der Aufenthalt da oben nach unten. Muskeln und Knochen werden in der Schwerelosigkeit zwangsläufig abgebaut. Und womöglich sei die Degeneration des Körpers umfassender als bisher angenommen, sagt Anja Niehoff vom Institut für Biomechanik und Orthopädie der Deutschen Sporthochschule Köln. Mit Kollegen untersucht sie gerade, ob und wie weit der Knorpel abbaut, wenn einem Gelenk im Weltraum die Beanspruchung fehlt.

Für das Experiment hat Biomechanikerin Niehoff bisher Gerst in Köln und sechs weitere Astronauten im Space Center der Nasa im texanischen Houston untersucht. Jeweils vor und nach dem Aufenthalt im All werden die Knie der Testpersonen mittels Kernspin gemessen, um die Dicke und das Volumen des Knorpels zu bestimmen.

Die Studie soll helfen, Raumfahrer vor Knorpelabbau zu schützen, wenn sie dereinst etwa zum Mond oder zum Mars aufbrechen. Während diese Missionen noch in den Sternen stehen, wird das Ergebnis des Experiments auf jeden Fall aufschlussreich sein - für Menschen, die auf dem Erdboden bleiben und wissen wollen, wie sie ihre Gelenke gesund halten können. Zeigen will Niehoff, "dass eine gewisse körperliche Belastung für den Knorpel lebenserhaltend ist…

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Nr. 2/2015