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Gesellschaft

Unsere besseren Hälften

Alle wünschen sich lange Beziehungen, wenige schaffen es. Die Forschung zeigt, wie man zusammen glücklich bleibt.

ALINA EMRICH & KIÊN HOÀNG LÊ / LÊMRICH / SPIEGEL WISSEN
von
Marianne Wellershoff
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Gesellschaft

Mal angenommen, eine neue Aktie wird herausgegeben. Der Hochglanzprospekt prophezeit, dass sie zu den künftigen Gewinnern an der Börse gehören wird, dass die Aktiengesellschaft, die das Papier herausgibt, ein sehr attraktives Unternehmen und daher langfristig ein ideales Investment sein wird. Einzige Bedingung: Man kann nicht nur ein paar Aktien erwerben, sondern man muss sein gesamtes Vermögen investieren.

Analysten dagegen warnen: Es sei keineswegs sicher, dass die Aktie eine gute Performance hinlegen werde. Die Wahrscheinlichkeit, dass man sie eines Tages frustriert verkauft, liege bei 40 Prozent. Wer würde unter diesen Umständen alles auf eine Karte setzen? Ein Börsenhändler? Sein Algorithmus? Ganz bestimmt nicht.

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Aber Sie. Die ausgegebene Aktie ist nämlich eine Liebesbeziehung, und deren Chance, eine Fehlinvestition zu sein, liegt zwischen 90 Prozent (wenn Sie mit Ihrem Partner nur zusammenwohnen) und 40 Prozent (wenn Sie verheiratet sind). Bei solchen Investments muss man in der Bank lange Aufklärungsgespräche über die Risiken hinter sich bringen, bevor man kaufen darf. Im Standesamt dagegen wird nicht über das Risiko der Scheidung und deren Folgekosten diskutiert, sondern hier geht es um die Chancen: das Glück, das in einer befriedigenden Partnerschaft liegt. Und das wir alle…

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Nr. 5/2016