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Spritztour

Botox to go: Die Schönheitsbehandlung zwischendurch gilt als schneller, billiger Kick gegen Alterserscheinungen. Hinter den Kulissen einer Boombranche.

TABEA MATHERN / SPIEGEL WISSEN
von
Simone Salden
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Köln-Mülheim ist vielleicht nicht die erste Adresse, wenn man sich auf die Suche nach der ewigen Schönheit begibt, dennoch hat sie hier ein festes Zuhause.

Direkt am Clevischen Ring, zwischen Discountern, Sonnenstudios und einem Schnäppchenmarkt für Elektrogeräte, residiert die Schönheitsklinik Mc Aesthetics. Die Fassade des Eckgebäudes ist verspiegelt, unten im Haus hat sich eine Shisha-Bar eingemietet. Empfang und Wartebereich erinnern eher an eine Hotellobby denn an eine Arztpraxis: schwarze Ledersessel, Hochflorteppich, Flachbildfernseher. Und eine Nespressomaschine. Man muss an George Clooney denken und seine Rolle in "Emergency Room". Und dann kommt Doktor Altintas.

Wenn ein Privatsender einen Fernseh-arzt casten wollte, würde er einen wie Ahmet Ali Altintas sofort unter Vertrag nehmen. Groß, breite Schultern, Hipster-Hornbrille, karierte Burlington-Socken zum weißen Arztkittel. Auf seinem Schreibtisch stehen zwei Spiegel, hinter ihm hängen gerahmte Bescheinigungen für medizinische Fortbildungen – allerdings verkehrt herum.

Altintas ist Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, er hat aber auch Betriebswirtschaftslehre studiert und 2014 Mc Aesthetics gestartet. Unter diesem Namen laufen noch weitere Dependancen in Istanbul, Dubai und Moskau. Der Doktor entstammt einer Dynastie von Schönheitschirurgen, die halbe Familie sei im Beautybusiness tätig, erzählt Altintas. "Mc Aesthetics – Mach(t) dich schöner" lautet sein Slogan.

Dass der Firmenname nach Fast-Food-Kette klingt, ist kein Zufall. Die überwiegend jungen, überwiegend weiblichen Patienten sind mit McDonald's und Coffee to go groß geworden. Für sie ist es kein großer Schritt zu einer Portion "Botox to go" oder einem "Lunchtime-Treatment" mit Fillern in der…

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Nr. 3/2017