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Sport

„Sport, der Spaß macht“

Tim Meyer, Internist der Deutschen Fußballnationalelf, gibt wissenschaftlich fundierte Fitnesstipps und erklärt, was man von den Profis lernen kann.

SVEN PAUSTIAN / SPIEGEL WISSEN
von
Jörg Blech
und
Bettina Musall
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Sport

SPIEGEL: Professor Meyer, Sie haben bis zur A-Jugend leidenschaftlich Fußball gespielt ...

Meyer: ... man könnte auch sagen: bis zur A-Jugend halbwegs erfolgreich, und dann wurde es weniger erfolgreich.

SPIEGEL: Warum hat es nicht zu einer Laufbahn als Profi gereicht?

Meyer: Mir hat die Härte gefehlt, die man als Fußballspieler auf dem Platz braucht. Ich war eher der Techniker, der auch ganz gut laufen konnte. Wenn ein rauer Gegenspieler kam, ging nichts mehr.

SPIEGEL: Nun sind Sie dennoch Weltmeister geworden - als Sportmediziner.

Meyer: Mein Vater hat immer gesagt: Du wirst mal Mannschaftsarzt der Nationalmannschaft. Und ich habe gesagt: Auf keinen Fall, die nehmen sowieso nur Professoren. Als der DFB einen Nachfolger für Wilfried Kindermann suchte, war ich noch weit weg von der Habilitation. Das Angebot war dann ein Traum, trotzdem habe ich gesagt - was die Verantwortlichen damals etwas irritiert hat - , ich möchte mir das zwei Tage überlegen, denn es ist ja auch ein Schritt in die Öffentlichkeit. So dramatisch kam es aber nicht. Ich kann sogar in meiner Heimatstadt Saarbrücken über die Straße gehen, ohne dass die Leute mich erkennen.

SPIEGEL: Wurde bei der WM 1974 im Vergleich zu heute Standfußball gespielt?

Meyer: Wenn man auf die Gesamtlaufstrecke während eines Spiels guckt, ist der Unterschied nicht so gewaltig, aber wenn Sie sich die einzelnen Aktionen angucken, dann haben wir heute einfach mehr Dynamik. Aber Standfußball? Nein, damals war das Potenzial aus dem Training ausgereizt, aber der ganze Fußball hat sich professionalisiert und weiterentwickelt.…

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Nr. 2/2015