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Gut geölt

Palmöl ist in Verruf geraten – es gilt als Vernichter des Regenwaldes und Klimasünder. Doch würde ein Boykott den Orang-Utan und das Klima retten?

NORMAN KONRAD / SPIEGEL WISSEN
von
Carolin Wahnbaeck
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Manchmal ist der Teufel braun, weich und süß. Er riecht nach Kakao und Vanille. Er steht in fast jedem Supermarkt, fast jedem Haushalt, auf fast jedem Frühstückstisch. Die Deutschen lieben ihn – und essen ihn auf Brot oder auch pur. Die Rede ist von Nutella. Aber diese Liebe ist mit einem schlechten Gewissen verbunden.

Spätestens seit die französische Umweltministerin Ségolène Royal im Sommer 2015 zum Nutella-Boykott aufrief, gilt der Schokoladenaufstrich als Umweltzerstörer, als Teufel, als Klimasünder. Denn Nutella, so die Argumentation von Royal, enthalte Palmöl. Und Palmöl sei verantwortlich für die rasante Zerstörung des Regenwaldes. Für das Aussterben des Orang-Utans. Und den Klimawandel.

Das stimmt – und es stimmt nicht.

Wahr ist, dass Palmöl eine wesentliche Zutat von Nutella ist. Ebenso stimmt, dass der wachsende Palmölanbau zum größten Treiber der Regenwaldvernichtung in Indonesien geworden ist, wo der Orang-Utan lebt.

Aber: Weder ist Palmöl per se ein schlechtes Öl – zumindest nicht aus Umweltperspektive. Noch ist Nutella der Hauptverbraucher von Palmöl. Und Ferrero, der Konzern hinter der Marke Nutella, taugt kaum als der größte Bösewicht unter den Giganten der palmölverarbeitenden Industrie. Vielmehr bemüht sich Ferrero ziemlich glaubhaft, nachhaltigeres Palmöl einzukaufen. Das belegen sogar die Palmölbewertungen der Umweltorganisationen Greenpeace oder WWF: Dort schneidet Ferrero in der besten…

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Nr. 2/2017