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Glücklich lebt länger

In Baden-Württemberg wollen ein Wissenschaftler und ein Bürgermeister 30 000 Kleinstädtern „ein gutes Jahr mehr“ bescheren. Kann das funktionieren?

BORIS SCHMALENBERGER / SPIEGEL WISSEN
von
Frank Patalong
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Der Forscher

Herr Fischer sucht das Glück

Joachim Fischer hat täglich mit einer der großen Fragen unserer Zeit zu tun: "Wir erforschen, was Menschen gesund erhält", sagt der Leiter des Mannheim Institute of Public Health.

Die Antwort darauf zu finden, ist eine der entscheidenden Aufgaben für die kommenden Jahre. Die Gesellschaft altert, die Lebenserwartung steigt beständig. Es ist ein teurer Fortschritt, der die Renten-, Gesundheits- und Sozialsysteme belastet. Soll das alles weiter funktionieren, darf die Zahl der Menschen, die aufwendig versorgt werden müssen, nicht zu stark steigen. Und ein großer Teil der Älteren muss dem Arbeitsmarkt möglichst lange zur Verfügung stehen. Das ist die eine Seite der Medaille: Gesundheit als politische Notwendigkeit.

Die andere Seite ist zutiefst menschlich. Wer alt wird, will darunter nicht leiden müssen, sondern das Leben so lange wie möglich genießen. Der Wunsch treibt so ziemlich jeden an und nährt eine ganze Industrie aus Ernährungsberatern, Fitnesscoachs, Medizinern. Sie sagen den Lebenshungrigen, was sie tun und lassen sollen. Was man essen darf und was nicht. Sagen: kein Salz, kein Fett, kein Weizenmehl. Sagen: doch Salz, doch Fett, sagen: kommt drauf an.

Ein falscher Ansatz, sagt Joachim Fischer, dessen Institut zur Uni Heidelberg gehört. Wer nicht nur die Gesundheit des Einzelnen bewahren, sondern die Gesellschaft gesünder machen wolle, müsse größer denken…

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Nr. 3/2017