Lesezeit 6 Min
Gesellschaft

„Es gibt da jemanden ...“

Ein Ehepaar findet wieder zueinander - nach Seitensprung, Tränen, Trennung. Über das Wagnis des Neubeginns.

SANDRA STEIN / SPIEGEL WISSEN
von
Fiona Ehlers
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Gesellschaft

Vielleicht lässt sich die Ehe tatsächlich als eine Art Motor beschreiben, als Maschine, die geschmiert werden muss, gepflegt und regelmäßig gewartet. Dem Ehepaar Britta und Thomas Otten aus Hürth bei Köln jedenfalls hilft dieses Bild. Sie sitzen am Esstisch ihres Reihenhauses, die Hände vor sich auf der hellen Holzplatte, die Blicke mal verschämt auf den Boden geheftet, mal treffen sie sich, und beide müssen lächeln. Die Ottens jedenfalls sprechen von "Inspektion" und davon, dass sie immer wieder Bilanz ziehen müssten, damit sie als Paar nicht "einrosten" oder "festfahren".

Die Ottens sind ein Paar wie viele. Beide sind 49 Jahre alt, sie die Forschere. Er ist stiller. Sie sind im 21. Jahr miteinander verheiratet, haben zwei Töchter im Teenageralter, zwei Jobs, viele Freunde. Genau genommen ist es ihre zweite Ehe, auch wenn es nie zu einer Scheidung kam.

Es ist ihr neuer Anlauf, nachdem sie sich für ein halbes Jahr getrennt hatten, mit seinem Auszug und Besuchsregelungen für die Kinder am Wochenende. In der Zeit merkten sie - dass sie ohne einander nicht sein wollten. Wieder neu anzufangen war nicht leicht, es ist auch heute noch harte Arbeit. Sie mussten Abschied nehmen von eingespielten Rollen, mussten lernen miteinander zu verhandeln, jedes Problem verbal auszufechten, darin waren beide nicht geübt.

Ihre Geschichte macht Mut. Sie erzählt davon, dass es unter Umständen lohnt, nicht gleich nach etwas Neuem zu schielen - wenn…

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Nr. 1/2015