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Die lieben Verwandten

Die Natur schlägt zurück: Immer mehr Tierarten legen sich mit dem Menschen an, der ihren Lebensraum zerstört hat.

NauticalVoyager / pixabay.com
von
Jörg Zittlau
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Töten darf man sie nicht. Also hat man versucht, sie einzufangen und umzusiedeln, sie mit Lärm und Paintball-Gewehren genervt und sogar brüllende Menschen in Affenkostümen losgeschickt, um sie zu erschrecken. Doch die Rhesusaffen von Neu-Delhi beeindruckt das alles nur wenig, sie haben das Regierungsviertel der indischen Hauptstadt weiterhin unter ihrer Kontrolle. Sie krakeelen und hüpfen über die Dächer, plündern und marodieren. Die Stadtverwaltung hat ihre Niederlage eingesehen – und sie sogar als Ausrede entdeckt. Wenn nun ein Beamter eine bestimmte Akte nicht finden kann, heißt es einfach: Tut uns leid, die haben wohl die Affen gestohlen.

Einige Tausend Kilometer südwestlich, in Afrika, verlaufen die Konflikte zwischen Affen und Menschen oft weniger glimpflich. So besetzen die Paviane von Kapstadt nicht nur Gärten und Parkanlagen, sie brechen auch Autos und Häuser auf, um dort nach Essbarem zu suchen. Und die Schimpansen im Kongo haben sich sogar den Titel "Killer Chimps" erarbeitet. In einem Feld nahe dem Virunga-Nationalpark überfielen sie drei spielende Kinder: Eines wurde erschlagen, das zweite zerrissen, und das dritte überlebte nur mit schwersten Bisswunden im Gesicht. Wissenschaftler vermuten, dass die Affen gezwungenermaßen, weil der Mensch ihnen ihre natürlichen Nahrungsressourcen geraubt hat, von Vegetariern zunehmend zu Fleischfressern geworden sind und dadurch auch kleine, wehrlose Menschen auf ihren Speiseplan setzen.

"Die Schimpansen…

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Nr. 5/2017