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Die Knuthenlund-Formel

Dänemark ist ein wichtiger Lieferant für deutsche Biolebensmittel. Ein Bauernhof auf Lolland zeigt, wie sich mit Qualität auch Geld verdienen lässt.

DAVID MAUPILÉ / SPIEGEL WISSEN
von
Alexander Smoltczyk
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Eine der meistbeflogenen Fledermaus-Autobahnen Dänemarks passiert die Weißdornstumpen entlang des Knuthenlund-Wegs, biegt dann, sich leicht senkend, in eine Birnbaumallee und mündet in den Ørby-Wald. "1850 Fledermäuse pro Nacht", das sei dänischer Rekord, sagt Jesper Hovmand-Simonsen und schiebt sich fröstelnd die Brille auf die gerötete Nase. "Und mindestens zwölf verschiedene Arten."

In der Nacht hat es eine Sturmflut gegeben, jetzt ist es schneidend kalt. Der Matsch auf dem Schweineacker ist festgefroren, und unsicher wie übergewichtige Ballerinen staken die Sauen über die Rillen und Furchen hin zum Futter.

"Fledermäuse benutzen Alleen als Flugkorridore", redet Jesper Hovmand-Simonsen weiter, und wenn es nicht so säuisch frostig wäre, würde er noch länger über die Salamander- und Laubfroscharten berichten, die sich – "schon nach sechs Monaten!" – in dem neuen Teich angesiedelt haben und derentwegen jetzt auch Amphibienfreunde das Gut Knuthenlund auf ihrer Landkarte hätten. "Laubfroschbeobachter. Na, es muss ja alles geben." Sagt Jesper, und damit ist schon vieles gesagt.

Es war ziemlich genau vor zehn Jahren, als Susanne Simonsen den Hof Knuthenlund von ihren Eltern übernahm, mitten auf der süddänischen Insel Lolland. Tausend Hektar Land, drei in die Jahre gekommene Knechte und die Aussicht, sich den Rest des Lebens mit Milchquoten, Geflügelpest und Preisdiktaten beschäftigen zu dürfen. "Ich wusste, dass ich nur Lebensmittel produzieren werde, die…

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Nr. 1/2017