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Das Geschäft mit dem guten Gewissen

Discounter und Supermärkte verkaufen mehr als die Hälfte aller Biolebensmittel in Deutschland. Doch was taugt das Billigbio von Aldi, Lidl & Co.?

JON FRICKEY / SPIEGEL WISSEN
von
Simone Salden
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"Schrumpelige Möhren und krumme Gurken, ach, das war einmal", sagt Monika Tietke und lacht, wenn sie über die alten Klischees vom Biogemüse redet. Heute seien die Möhren, Salatköpfe und Gurken mit dem Biosiegel ein hochwertiges, schönes Produkt, erklärt Tietke, "und ich bin froh, dass sich dieses Image geändert hat".

Monika Tietke bewirtschaftet seit mehr als 35 Jahren einen Hof im Wendland. "Wir können Kartoffeln" lautet das Motto ihres Betriebs. Schon 1980 hat sie den Hof in der Nähe von Lüchow-Dannenberg ganz auf ökologische Landwirtschaft umgestellt, "damals war das noch eine überschaubare Geschichte", erzählt Tietke. Bio gab es im Hofladen oder auf dem Wochenmarkt und vielleicht noch im Reformhaus.

Heute finden sich Bioartikel in allen Supermärkten – und in jedem Discounter. "Das ist erst mal eine große Erfolgsstory", sagt die 58-Jährige, "denn wenn wir wirklich etwas verändern wollen, brauchen wir die breite Masse." Laut einer Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft kauft fast jeder vierte Deutsche heute regelmäßig Bioprodukte. Der Umsatz mit Lebensmitteln aus kontrolliert ökologischem Landbau oder entsprechend zertifizierter Tierhaltung stieg 2015 um 13,2 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro – 55 Prozent davon wurden in Supermärkten und bei Discountern umgesetzt.

Inzwischen ist Aldi der heimliche Biokönig von Deutschland. Doch wie bio ist Bio vom Discounter wirklich? Ist Billigbio überhaupt…

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Nr. 1/2017