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Das bewegte Kind

Entspanntere Schüler und sogar bessere Noten: Mehr Sport in der Schule ist für vieles gut.

FRITZ BECK / SPIEGEL WISSEN
von
Bettina Musall
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Zwölf Kinder springen, rennen, hopsen durcheinander. Neben den Kästen, Trampolinen und Bänken liegen Springseile und Schlagbälle bereit. Aber was haben Buntstifte und Tapetenrollen in der Turnhalle zu suchen, Knobel-Würfel, Geodreiecke im XXL-Format und das Brettspiel Ubongo?

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Spaß und Leistung: Zur Turn AG am Nachmittag kommen Schüler mit und ohne Ehrgeiz einfach gern.

Johann kauert auf einem drei Meter langen Tapetenstreifen. Wieder und wieder dreht der Elfjährige ein Geodreieck, schiebt es auf einer Linie hin und her, zieht ein Karteikärtchen mit der Aufgabenstellung zurate, sucht nach der Senkrechten zwischen einem Punkt und der Geraden.

Fünf Minuten hat Johann Zeit für seine Aufgabe. Als er sie gelöst hat, rappelt er sich hoch und rennt zum Seilspringen.

Das hier ist eine Mathestunde der Klassenstufe Fünf an der Mittelschule im niederbayerischen Hauzenberg. Während die eine Hälfte der Schüler im Klassenzimmer intensiv lernt, hat die andere Hälfte Mathe und Bewegung. In Deutsch und Englisch machen sie es hier ebenso. Oft vergessen die Schüler in der Turnhalle, "dass sie gerade rechnen oder eine Fremdsprache lernen", sagt Marion Willeitner, die das Konzept für den bewegten Unterricht entwickelt hat.

Über einen Kasten steigen, gleichzeitig mit einer Hand einen Ball werfen und den anderen Arm schwingen, das schult die Koordination. Aber es sei auch gut für…

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Nr. 2/2015