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Bürger im Tierreich

Ob Hund, Elefant, Affe oder Pferd: Viele Kreaturen zeigen Fähigkeiten, die wir lange nur dem Menschen zugetraut haben. Was heißt das für unseren Umgang mit den tierischen Nachbarn?

LÊMRICH / SPIEGEL WISSEN
von
Andrea Mertes
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Ein kurzes Zaudern genügt, und schon hat Svetlana ein Autoritätsproblem. Auf mehrere Meter Entfernung sieht ihr Angestellter Gueet der jungen Frau an, dass er sich vor dem Job drücken kann, den Svetlana für ihn vorgesehen hat. Da mögen seine Kollegen Lotte und Benny brav den Kopf senken, der Wallach denkt gar nicht daran. Stattdessen behält Gueet das Haupt oben und spitzt die schwarz behaarten Ohren aufmerksam nach vorn. Den Job kann ihm Svetlana jetzt nicht aufhalsen. Um ihm einen Plastikreif umzuhängen – darin bestand die Aufgabe –, ist das hoch aufgerichtete Friesenpferd viel zu groß.

Was nun? Svetlana hält inne. Hier in der Reithalle von Gerhard Krebs soll die Assistentin der Geschäftsführung lernen, wie man Mitarbeiter führt, in diesem Fall ein Pferd. Soll sie Druck machen? Die Konfrontation suchen? Die 33-Jährige wählt eine dritte Strategie. Zuerst streichelt sie Benny sanft den Nasenrücken. Dann schaut sie geduldig zu Gueet hinüber. Nimm dir Zeit, sagt der Blick. Ich gebe sie dir. Der mächtige Friese scheint darüber nachzudenken. Schließlich senkt er den Kopf. Und lässt sich den Plastikring doch noch überstreifen.

Für Svetlana ist das das Aha-Erlebnis des

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17.10.2017