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Betriebsgeheimnis

Um gute Leute an sich zu binden, investieren viele Firmen in die Fitness ihrer Mitarbeiter. Ein Beispiel aus der westfälischen Provinz.

JAKOB SCHNETZ / DER SPIEGEL
von
Markus Dettmer
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Das Besondere kommt manchmal unscheinbar daher, und man muss weit aufs Land fahren, um es zu finden. Also runter von der Europastraße 30 im Tecklenburger Land und rein in das Gewerbegebiet der westfälischen Kleinstadt Hörstel.

Die OKE Group, die hier direkt am Mittellandkanal den Stammsitz hat, ist das, was man einen Hidden Champion nennt. Also einer jener deutschen Mittelständler, deren Produkte fast jeder nutzt, deren Namen aber kaum einer kennt. Als Zulieferer für die Möbelindustrie fing das Unternehmen 1961 an. Heute finden sich Produkte des Herstellers von Kunststoffkomponenten auch unter den Bezügen der allermeisten Autositze.

Während die Firma mit Sitzkomfort gutes Geld verdient, setzt sie in Hörstel zugleich alles daran, die eigenen rund 400 Mitarbeiter in Bewegung zu halten. Das lässt sich in einem 1200 Quadratmeter großen Kommunikationsgebäude erfahren, das mitten auf dem Werksgelände steht.

Es ist ein Mittwoch gegen 13 Uhr. Im Erdgeschoss sitzt ein Teil der Belegschaft bei Bio-Essen in der Kantine. Im Obergeschoss sind gerade zehn Kollegen in der "FitnessWerkstatt": Sie stemmen beim Body Pump Langhanteln im Rhythmus der Musik. Nebenan trimmen sich Mitarbeiter auf Crosstrainern, Laufbändern oder an Kraftmaschinen. Und unter demselben Dach tollen Kinder der Belegschaft herum - in der firmeneigenen Kita, die von 6 bis 18 Uhr geöffnet hat.

"Bei vielen Unternehmen ist für die Wartung des…

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Nr. 2/2015