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Wissen

Beste Freunde

Sechs Tierhalter über ihre ungewöhnlichen Gefährten

NIKITA TERYOSHIN / SPIEGEL WISSEN
von
Antonia Roch
,
Dunja Smaoui
und
Rike Uhlenkamp
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"Sie haben für Verwirrung gesorgt."

Rico Kirsche, 43, züchtet seit zwölf Jahren in seinem Garten im thüringischen Waltersdorf Kängurus.

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Kirsche mit Känguru: „Die Schafe von nebenan standen stundenlang am Zaun.“

Meine Frau und ich wollten nach Australien auswandern. Die Kängurus in unserem Garten sind das, was von den Plänen übrig geblieben ist. Aber nicht die Australienliebe allein war der Auslöser, warum wir uns die Tiere angeschafft haben. Eigentlich sollten sie das große Grundstück meines Schwiegervaters abgrasen. In England sind Kängurus deswegen sehr beliebt. Vor zwölf Jahren habe ich die ersten Wallabys gekauft. Wallabys, genauer: Redneck-Bennett-Wallabys, das sind die kleinen Verwandten der Kängurus, die winterhart sind und dadurch hierzulande gehalten werden können. Damals war es noch gar nicht so einfach, einen Züchter in Deutschland zu finden. Heute gibt es relativ viele – ich selbst züchte sie als Hobby. Ich habe sechs Weibchen und einen Bock.

Im Dorf haben sich mittlerweile alle an den Anblick der Tiere gewöhnt. Als ich sie neu hatte, war das natürlich das Gesprächsthema. Die Kängurus haben nicht nur unter den Nachbarn für Verwirrung gesorgt. Auch die Schafe von nebenan standen erst einmal stundenlang am Zaun, ohne sich zu bewegen. Als die Postfrau vorbeikam, staunte sie nicht schlecht und wollte wissen, was ich denn da für riesige Hasen…

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Nr. 5/2017