Lesezeit 12 Min
Fernweh

Unentdeckte Buchten

Entlang der Ostküste der Baja California erstreckt sich ein Segelrevier, so reizvoll und selbst heute manchmal noch so einsam, dass man sich an manchen Tagen wie ein Aussteiger auf Zeit fühlen kann

CARL VICTOR
von
Carl Victor
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Fernweh

Vom Flugzeug aus heben sich die Außenbezirke von La Paz kaum von der Wüste ab, die sie umgibt. Staubig-grau ducken sich die Häuser unter der hoch stehenden Sonne, die hier nur wenig nördlich vom Wendekreis des Krebses 340 Tage im Jahr vom Himmel brennt. Auch während der Fahrt mit dem Taxi schafft es die Stadt im Süden der Baja California nicht, uns ihre Reize zu enthüllen. Erst als wir uns am ‚Malecón‘, der Flaniermeile entlang der Bahía de La Paz zum Sonnenuntergang eine Margarita genehmigen, begreife ich, warum es so viele in diese Oase inmitten einer Wüste zieht: Die Stadt heißt nicht nur ‚La Paz‘, sie strahlt auch einen Frieden aus, den wir in diesem, von Drogenkartellen geknechteten Land nicht erwartet hätten. Nach der kurzen Dämmerung testen wir erste Salsas, bestellen eine Guacamole vorab und entscheiden uns dann für einen Fisch, der wohl vor Kurzem noch in der Cortez-See schwamm. Am nächsten Morgen serviert man uns ‚Huevos Rancheros‘, dazu Tortillas und Bohnenpaste. Erst danach fühlen wir uns in Mexiko angekommen.

Im größten Aquarium der Welt

Anschließend kehren wir jenem Ort, dem John Steinbeck mit ‚The Pearl‘ ein literarisches Denkmal gesetzt hat, das Heck unseres Kats, um uns auf die Suche nach den Perlen dieses Segelreviers zu machen. Weil die Brise (was sie um diese Zeit nicht sollte!) aus Süd kommt, fieren wir das Großsegel und bummeln vor dem Wind dem ersten Abenteuer entgegen. Jaques Cousteau hatte die Cortez-See als ‚größtes Aquarium der Welt‘ bezeichnet. Einige seiner Bewohner möchten wir heute besuchen. Da man ein Schiff, das völlig offen auf 15 Meter ankert, nicht…

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Nr. 3/2017