Lesezeit 8 Min
Technik

Segel-APPetit

Noch vor zehn Jahren hätte segeln-Autor Hinnerk Weiler sich nicht träumen lassen, dass er heute, statt mit Seekarten aus Papier, fast nur noch digital navigieren würde.

Hier verrät er, warum – und wie es geht

HINNERK WEILER
von
Hinnerk Weiler
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Technik

Das hier ist die Zukunft“, lernte ich vor zehn Jahren in Düsseldorf auf der boot. Vor uns lag ein klobiger Kasten mit Bildschirm auf dem Tisch, nicht weit weg von dem, was man heute unter einem Tablet-Computer versteht. Darauf lief die PC-Plottersoftware Transas Navigator. Als Vision war das interessant, praktikabel war es nicht. Vor allem lag das an der Technik in einer Preisklasse, für die man einen Kleinkreuzer kaufen konnte. Stattdessen bekam man kurze Akkulaufzeiten und einen unhandlichen schweren Apparat. Bei der Vorstellung lächelten viele von uns darum eher verlegen höflich und scherzten über leere Bordbatterien und Windows Blue Screen mitten bei der Ansteuerung einer komplizierten Hafeneinfahrt. Über Ozeane zu segeln war eine Sache, ohne Papier an Bord erschien uns das aber etwas zu abenteuerlich. Schließlich trauten wir unseren Standlinien vom Sextanten im Herzen noch immer mehr, als den vom GPS gelieferten Koordinaten. Tatsächlich verließ ich Hamburg einige Jahre später mit einem prall gefüllten Kartenfach am Navigationsplatz und ohne Plotter Richtung Amerika.

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Inzwischen ist aus der Zukunftsvision von 2006 ein alter Hut geworden. Auch mein Computer wurde mehr und mehr zum Navigationscenter und Papierkarten blieben immer öfter verstaut. Seit 2013 navigiere ich komplett auf Smartphone und Tablet. Auf der…

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Nr. 11/2015