Lesezeit 9 Min
Fernweh

Sardischer Cocktail

Der Norden Sardiniens bietet ein Segelrevier, wie es gegensätzlicher nicht sein könnte. Wild ist die Küste im Westen, reich an Inseln und Buchten der touristisch ausgereizte Norden. Hier wird niemandem langweilig

CARL VICTOR
von
Carl Victor
Lesezeit 9 Min
Fernweh

Hat Alghero wirklich Sardiniens schönste Altstadt? Die Meinungen darüber sind geteilt; einig ist man sich nur darüber, was Alghero nicht ist: nämlich Sardisch. Kein Wunder, hatten doch die Spanier vierhundert Jahre lang von ihren Festungsmauern verächtlich auf die Sarden herab geblickt, die sie für ‚poco loco‘ (ein wenig verrückt) hielten. Noch heute kann ich wählen, ob ich meinen ‚café‘ auf der ‚Piazza‘ oder der ‚Placa‘ Sulis trinke und ob ich dorthin durch die ‚Via‘ oder ‚Carrer‘ Principe Umberto spaziere. Nicht nur Straßenschilder sind zweisprachig, das ‚Català‘ soll hier auch noch gesprochen werden. Um das heraus zu finden, krame ich in meinem Wortschatz und bestelle: „Un café amb llet, si us plau!“, was mit einem knappen: „Si!“ beantwortet wird. Stellt sich die Frage: War das nun Italienisch ‚Si‘ oder Katalanisch ‚Sí‘?

Wild ist der Westen

Blicken Segler von Algheros Festungswällen herab, dann sicher weniger auf die Altstadt als auf den Hafen. 2.500 Yachten soll er bei jedem Wetter Schutz bieten, wobei keine Crew auf Marina-Komfort verzichten muss. Nicht zu vergessen das Ambiente, das die Altstadt bietet. Wenn Sie hingegen Ruhe suchen, sollten Sie nach Fertilia segeln, obwohl dessen Hafen im Sommer meist voll ist. Sie werden sich fragen warum, denn außer einer Römerbrücke (oder ist es doch ein Aquädukt?) hat der Ort nur noch Strände anzubieten. Vor denen lässt es sich zwar gut ankern, doch besser liegen Sie im Porto Conte, von…

Jetzt weiterlesen für 0,47 €
Nr. 11/2016