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Fernweh

Las Islas Bonitas

Nimmt man die Zuwachsraten bei den Charter-Frühbuchungen als Maß, zeichnet sich für 2016 ein Trend zu Spanien ab. Genauer gesagt: zu den Balearen. Ein Grund mehr, sich zu fragen, was diese Inselgruppe zu einem Dauerbrenner im Chartergeschäft macht

CARL VICTOR
von
Carl Victor
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Fernweh

Auch wenn sich nicht alles mit der aktuellen politischen Situation erklären lässt, so dürfte sie doch mit dafür verantwortlich sein, dass sich der Abwärtstrend bei Frühbuchungen für die Türkei verstärkt hat. Ebenso wahrscheinlich ist, dass Griechenlands Probleme im Dodekanes den nun schon seit Jahren andauernden Aufwärtstrend – zumindest in diesem Jahr – stoppen könnten. Nun deutet vieles darauf hin, dass Spanien der größte Nutznießer werden könnte*. Erstaunlich für ein Revier, in dem mit durchschnittlich 3.184 Euro pro Yacht und Woche noch höhere Charterpreise verrechnet werden als in Italien (3.100 Euro), dem zweiten Gewinner der Krise. Im Vergleich dazu: In Griechenland zahlt man im Durchschnitt 2.869 und in der Türkei nur 2.653 Euro. Noch krasser sind die Unterschiede bei den Liegegebühren. Während die Bordkasse in der Ägäis meist mit nur wenigen Euro belastet wird und Segler in der Türkei darauf bauen können, kostenlos an den Stegen der Restaurants liegen zu dürfen, werden diesen in Ibiza Stadt schon bis zu 1.000 Euro für ein 12 Meter Schiff und mindestens zwei Tage** in Rechnung gestellt. Dagegen wirken die 200 Euro, die Italiens Marinas Seglern während der Hochsaison abknöpfen, fast schon wie ein Schnäppchen. Bei Restaurantbesuchen, die das Budget sehr belasten, schlägt Italien Spanien zwar noch, doch liegen beide mit ihren Preisen weit über jenen der Türkei und Griechenlands. Vieles spräche also gegen die Balearen. Es muss deshalb andere Argumente für diese Inseln geben, sonst ließe sich die Beliebtheit dieses Reviers nicht erklären. Und diese Argumente gibt es. Sogar im Überfluss.

*) Daten von YachtBooker
**) Information von VDC


Mallorca

»Jenseits vom Ballermann«

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Nr. 9/2016