Lesezeit 12 Min
Sport

Im Duett

Neben der Familie ist es heutzutage vor allem die segelnde Zwei-Mann-Crew, die auf dem Wasser unterwegs ist. Lesen Sie, was zu beachten ist, wenn man ohne die Power einer großen, eingespielten Mannschaft zurechtkommen muss

HINNERK STUMM
von
Hinnerk Stumm
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Die Situation kennt wohl jeder: Es weht recht amtlich, vielleicht mit fünf, sechs Beaufort, und ein Seglerpaar sucht den rettenden Hafen. Während er in aller Seelenruhe am Steuer sitzt, eilt sie über das wogende Deck, um letztlich die Yacht gegen enormen Winddruck abhalten zu müssen... Ein Klassiker eines falsch verstandenen Rollenverständnisses, denn schon rein kräftemäßig müssten hier die Positionen im Yachthandling getauscht werden. Werden sie aber oft nicht, weil sie eingefahren sind, weil er ja schon immer gesteuert hat und sie das ja auch gar nicht kann. Dieser tradiert-chauvinistische Denkansatz wird aber gefährlich, wenn einer ausfällt. Normal, dass sich jedes Crewmitglied die Aufgaben sucht, die es vielleicht besser kann, und oft genug wächst diese Aufgabenverteilung unbewusst aus angewöhnten Geschlechterrollen heraus. Während sie kocht, klariert er das Deck oder bunkert Wasser. Soweit in Ordnung. Nur sollten in puncto Bootshandling beide wissen, was im Ernstfall zu tun ist, denn gerade eine kleine Crew ist angreifbar. Selbst wenn beide wissen, wie man die Yacht handelt und einer ausfällt, sind das schon 50 Prozent. Kann aber nur einer das Schiff führen, sind dies im Ernstfall 100 Prozent. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass meine Mutter Zeit ihres Seglerlebens nie wusste, wie man den Motor startet geschweige denn, wie man die Segel einrollt oder eine Yacht unter Segeln handhabt. Seemannschaftlich eine Katastrophe, aber leider kein Einzelfall. Eine kurze Unachtsamkeit oder der Knockout durch den überkommenden Baum, immerhin eine der häufigsten Unfallursachen an Bord, reichen dann aus, um die Yacht von…

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Nr. 8/2016