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Technik

Hausgemachtes Trinkwasser an Bord

Spätestens wenn Stege selten und Tage in einer Marina die Ausnahme des Bordalltags sind, muss die Wasserversorgung an Bord autark werden. Denn Trinkwasser am Ankerplatz zu bunkern, bedeutet Kanisterschleppen – und in vielen Teilen der Welt bedeutet Leitungswasser alles andere als Trinkwasser

HINNERK WEILER
von
Hinnerk Weiler
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Technik

Es überrascht nicht, dass laut einer Studie des englischen Magazins Yachting World rund zwei Drittel der ARC-Teilnehmer 2014 ihr Wasser unterwegs selbst produzieren wollten. Meerwasserentsalzung zählt damit neben Solarzellen und Windgeneratoren zu den offensichtlichsten Merkmalen einer Langfahrtyacht. Denn sauberes Trinkwasser ist an Bord lebenswichtig, die Sorge darum verspricht ein Watermaker zu beenden.

Wassermacher machen gar kein Wasser

Dabei ist der Name eigentlich irreführend. Denn um Wasser herzustellen, müssen sich Wasserstoff- und Sauerstoffatome zu einem Molekül verbinden. Es werden also zwei Gase und stattliche Technik benötigt. Ausrüstung, die einer Marsmission gut zu Gesicht stehen würde. Mitten auf einem Ozean klingt das aber unnötig kompliziert und wäre eine unsinnig anspruchsvolle Lösung. Wasser haben Segler genug unter dem Rumpf. Nur die Qualität dieses Wassers muss verbessert werden. Statt also Wasser herzustellen, reinigt ein Watermaker dieses Meerwasser. Er entfernt dabei nicht nur Schmutz, sondern auch Mineralien, Viren und Bakterien.

Der Trick dafür heißt Umkehrosmose und funktioniert so gut, dass auch bei einer Marsmission kaum jemand auf die Idee käme, Gase zu Wasser-Molekülen zusammenzufügen. Stattdessen wird beispielsweise auf der Internationalen Raumstation in einem geschlossenen Wasserkreislauf das Abwasser nach dem gleichen Prinzip aufbereitet wie auf einer Yacht. Denn selbst Viren und…

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Nr. 1/2017