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Die Seetüchtige

Sie wurde als Einheitsklasse für Hochseeregatten entworfen – infolge des Unglücks während des Fastnet Race 1979. Die Sigma 38 war eine ebenso sichere wie schnelle Yacht, die sich in den 80ern großer Beliebtheit erfreute. Aber wie macht sich die Yacht mit dem wegweisenden Design des Ausnahmekonstrukteurs David Thomas heute, als Gebrauchte?

HINNERK STUMM
von
Hinnerk Stumm
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Vier Einsatzkräfte und 15 Segler verloren beim Fastnet Race 1979 in der tosenden Irischen See ihr Leben; viele weitere konnten nur mit Mühe und in letzter Minute aus Seenot gerettet werden. Als Hauptursachen der Segeltragödie des Fastnet, die bis heute als größte in der Regattageschichte gilt, wurden in der späteren Untersuchung ein (damals) nur schwer vorhersehbarer Orkan – aber eben auch eine unzureichende Seetüchtigkeit vieler IOR-Konstruktionen ausgemacht. Eine Tatsache, die den altehrwürdigen Veranstalter Royal Ocean Racing Club (RORC) zum Umdenken brachte. Und so beschloss man gemeinsam mit dem Royal Thames Yachtclub im traditionsreichen Clubhaus von Cowes, ein neues One Design zu sponsern, das auch härteren Offshore-Bedingungen standhalten sollte. Es war die Geburtsstunde der Sigma 38, einem ebenso seetüchtigen wie schnellen Cruiser-Racer als Einheitsklasse, der Bootsbaugeschichte schrieb.

Ein Ausnahme-Designer 

Nach zähen Verhandlungen fiel die Wahl des Komitees auf den damals vor allem in England bekannten Designer David Thomas, der sich gegen andere Top-Konstrukteure wie Rob Humphreys oder Stephen Jones durchsetzte. Der Autodidakt Thomas hatte sich bereits früh einen Namen durch die Rennjolle Unit gemacht, die zeitweilig von der International Yacht Racing Union als Ersatz für die sehr populäre Finn-DinghyClass gehandelt wurde. Seinen Einstieg in das Dickschiff-Segment feierte er mit der auf der Insel ebenfalls…

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Nr. 9/2015