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Fernweh

Die 4 Gesichter Portugals

Jedes von Portugals Revieren ist auf seine Weise einzigartig und doch ergeben sie zusammen ein einheitliches Ganzes. Ihre Lage am Rande Europas mag der Grund dafür sein, dass sie von der Masse der Segler bisher noch nicht so richtig wahrgenommen wurden

CARL VICTOR
von
Carl Victor
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Fernweh

Woran denken Sie beim Namen ‚Portugal‘? An die Wirtschaftskrise vielleicht, in die das Land geschlittert ist. Sicher aber an die Seefahrer dieses Landes im äußersten Südwesten Europas, die als erste nach Indien segelten und weiter bis in den fernen Osten vordrangen. Das ‚Monument der Entdecker‘, das wie der Bug einer Karavelle in den Tejo hineinragt, erinnert an sie und im nahen Hironymitenkloster steht der Sarkophag jenes Mannes, der als erster um das Kap der guten Hoffnung segelte: Vasco da Gama! An der Mündung des Tejo hatte er die Segel für diese Reise gesetzt. Gefördert hatte ihn Heinrich der Seefahrer, der in Sagres an der Algarve alles seefahrerische Wissen seiner Zeit sammelte. Vieles erinnert dort noch an jene großen Zeiten, doch Segler kommen meist, um den Reiz der Küste zwischen São Vicentes wildem Kap und den stillen Lagunen von Faro und Olhão auszukosten, aber auch um jenes mondäne Flair zu atmen, mit dem sich dieses Revier im Süden Portugals umgibt. Ganz anders die Azoren. Inmitten des Atlantiks gelegen, konnte sich dieses, mal nützliche doch meist lästige, Anhängsel alles bewahren, was bei stressgeplagten Mitteleuropäern heute gefragt ist: Natur, Stille und eine entspannte bei uns schon fast vergessene Lebensart. Ähnlich entspannt geht es in den Kellern von Porto zu, in denen der nach dieser Stadt benannte Wein seiner Vollendung entgegendämmert. Für Segler ist vor den Toren dieser Keller Endstation. Wenn Sie trotzdem jene Weingebirge sehen möchten, an deren Hängen die Trauben für den ‚Port‘ reifen, müssen Sie in ein Motorboot umsteigen und sich auf das Abenteuer einer Flussfahrt auf dem Douro einlassen. Dafür werden Sie aber auch belohnt: mit Portugals schönstem Gesicht!

Algarve

Portugals mondänes Revier

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Bei schönem Wetter ist die Ponta da Piedade ein malerischer Platz zum Ankern. Die unterhalb der bis zu 20 Meter hohen Klippen versteckten Buchten, Höhlen und Strände lassen sich gut mit dem Dingi erkunden

Wie mondän die Algarve ist, merken Sie meist erst, wenn Sie sich nach einem Segeltag Ihre Seebeine vertreten. Auf See zeigt sie Ihnen ihre anderen Gesichter: Am Cabo de São Vicente ein finsteres, mal auch stürmisches, östlich davon das allseits bekannte, mit goldenen Stränden vor steil abfallenden Klippen. Deren Prunkstück ist die Punta da Piedade. Da Sie vor diesem, von der See zu einem Naturwunder geformtem Kap, ungeschützt liegen, ist es besser, Ihr Schiff der Marina von Lagos…

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Nr. 1/2017