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Sport

Das erste Mal Skipper

Irgendwann ist es so weit: Die Prüfungen sind bestanden, der Jungferntörn als Skipper steht vor der Tür. Ein Wechselbad der Gefühle – wie segeln-Autor Hinnerk Weiler aus eigener Erfahrung zu berichten weiß. Hier gibt er Tipps für modernes, erfolgreiches Team-Management

HINNERK WEILER
von
Hinnerk Weiler
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Theoretisch weiß man ja, worauf es jetzt ankommt. Praktisch hat man sogar einem Prüfer bewiesen, ein Schiff führen zu können. Das Zertifikat in der Tasche ist dafür Beweis genug. Meist folgt jetzt aber dennoch eine recht steile Lernkurve, denn die Rolle eines Skippers ist weit größer, als in der Führerscheinausbildung häufig vermittelt wird. Moderne Skipper sind mehr Team- und Reiseleiter, weniger Kapitän.

In der Ausbildung wird auf Prüfungsriten hingearbeitet, die eine bei Freizeitskippern heute kaum realistische Hierarchie an Bord benötigen: ein Kapitän, der seiner Mannschaft vorsteht und ihr auch gern mal in militärisch knappem Befehlston seine Anweisungen gibt. Von der Crew wird mehr oder minder unreflektierter Gehorsam erwartet.

Eine starre Hierarchie an Bord mündet aber nicht selten in einen Teufelskreis. Stellt sich der Skipper als Boss ins Cockpit, wird die Crew nach einer Weile gerade zu auf Fehler warten, sie vielleicht sogar sehenden Auges geschehen lassen. Entweder als Beweis für mangelnde Vertrauenswürdigkeit oder einfach nur, um den Skipper von seinem selbstgebauten Thron zu stürzen. Trotzdem treffe ich auch heute noch regelmäßig auf Skipper, die regelrecht Angst vor Demokratie an Bord haben: „Ein Segelschiff ist schließlich kein Debattierclub.“

Das muss es auch gar nicht sein, doch das Führen eines Teams macht weit mehr Spaß, als Untergebene herum zu kommandieren. Vor allem nimmt es aber Druck vom Skipper, der nicht mehr für…

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Nr. 5/2016