Lesezeit 10 Min
Fernweh

7 Tage Paradies

Wachen gehen, Hochseeluft schnuppern und den Atem des Atlantiks spüren! Ein Flottillentörn von Mallorca auf die Kanaren ist Herausforderung und Erlebnis zugleich

CARL VICTOR
von
Carl Victor
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Fernweh

An diesem 15. Oktober 2016 ist bei der Schiffsübernahme alles anders als sonst. Am Kai stehen fünf Kanister mit hundert Liter Diesel, die noch gestaut werden müssen. Penibel werden die Navigationsunterlagen geprüft und festgestellt, dass zwei Seekarten fehlen. Motor, Elektronik, Rigg, Segel, Autopilot, Ankergeschirr, Toiletten, Navigationslichter: Alles wird kontrolliert, denn Reparaturgarantie gibt es auf diesen 1.500 Seemeilen, die morgen vor dem Bug liegen werden, keine. Daher werden die sonst wenig beachteten Schwimmwesten überprüft und anprobiert, dann sind die Sicherheitsgurte an der Reihe. Der Wetterbericht wird abgehört, Windkarten werden auf das Smartphone heruntergeladen. Danach wird gerätselt, ob wir bis Gibraltar durchsegeln oder den einen oder anderen Zwischenstopp einplanen sollen. Vom Supermarkt kommen wir mit drei vollen Einkaufswagen zurück. Gestaut wird nach Plan: Nichts soll durch die Schapps kullern, wenn das Schiff auf Kursen vor dem Wind rollt. Lange Hosen, Wollhemden, Hauben, Pullover, Seestiefel und Ölzeug werden aus Segeltaschen gekramt und verstaut. Ein spätes Abendessen im Restaurant beschließt den Tag. Mit einer frühen Tagwache beginnt der neue. Papierkram erledigen, noch einmal die Wassertanks auffüllen; dann werfen wir die Leinen los und motoren hinaus in die Flaute.

Welcher Strom läuft in der Straße von Gibraltar?

21. Oktober 1805: Westlich der Straße von Gibraltar tobt vor Kap Trafalgar die Seeschlacht…

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Nr. 2/2017