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Politik

„Wir müssen mehr für unsere Werte kämpfen“

Die Chefin der Grünen-Bundestagsfraktion über Herausforderungen der Integrationspolitik, ihren Glauben und die Bundespräsidenten-Wahl.

By Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg from Baden-Württemberg (IMG_9120Uploaded by jcornelius) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
von
Eva Quadbeck
und
Birgit Marschall
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Politik

BERLIN „Kurs halten“ heißt die Reihe von Interviews mit prominenten Zeitgenossen, die wir am oder auf dem Wasser führen. Dabei geht es weniger um Zahlen und Fakten als um Werte, Haltungen und Gefühle. Mit Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt (50) sind wir in einem Solarboot in Köpenick über die Spree geschippert.

Dieses Boot wird mit Solarzellen angetrieben. Ist Ihnen diese Fortbewegung auf dem Wasser lieber als ein klassisches Motorboot?

GÖRING-ECKARDT Definitiv. Noch lieber wäre ich auf einem Segelboot, aber dann könnten wir dieses Gespräch nicht führen, weil wir ständig etwas zu tun hätten.

Was hat eigentlich den Ausschlag dafür gegeben, dass Sie in der Wendezeit zu den Grünen gegangen sind?

GÖRING-ECKARDT Ich war zunächst gar nicht bei den Grünen, sondern kam über die DDR-Bürgerbewegung zum Bündnis 90, das später mit den Grünen zusammenging. Ich bin politisiert worden durch die Tschernobyl-Katastrophe 1986. Die war für uns in der DDR natürlich genauso schlimm wie für die Westdeutschen, aber es wurde von der Honecker-Führung behauptet, die radioaktive Wolke käme bei uns gar nicht an. Und plötzlich gab es etwa Salat zu kaufen, der nicht mehr nach Westdeutschland exportiert werden konnte.

Sie waren damals schon kirchlich engagiert. Welche Rolle spielt Ihr Glaube in der täglichen Politik?

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01.08.2016