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Politik

„Wir dürfen nicht mehr durchwinken“

Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz fordert einen gemeinsamen Schutz der europäischen Außengrenzen durch alle EU-Länder.

By Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons
von
Eva Quadbeck
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WIEN Europas jüngster Außenminister Sebastian Kurz (29) gilt in der konservativen Österreichischen Volkspartei (ÖVP) als Hoffnungsträger. Im Interview spricht er nicht nur über die Flüchtlingskrise, auch die möglichen Folgen des Brexit beschäftigen ihn. Kurz ist ein eher unprätentiöser Typ. Fürs Interview lässt er sich nicht vom Vorzimmer durchstellen, sondern ist gleich persönlich in der Leitung.

Herr Kurz, die neue britische Regierungschefin May ist entschlossen, den Brexit zu vollziehen. Fürchten Sie, dass weitere EU-Länder folgen?

KURZ Der Brexit bedeutet eine Schwächung der Europäischen Union. Ich gehe nicht davon aus, dass weitere europäische Staaten folgen werden. Der Brexit muss uns aber wachrütteln und dafür sorgen, dass wir die Europäische Union stärker aufstellen.

Haben Sie keine Sorge vor dem „Öxit“ angesichts der Europaskepsis in Ihrem Land?

KURZ Wir haben eine ähnliche Situation wie in Deutschland: Wir haben einige Bürger, die europakritisch sind, aber gleichzeitig eine klare pro-europäische Mehrheit. Als meine Aufgabe sehe ich es an, dass sich die Europäische Union weiter zum Positiven entwickelt und die Zahl der Befürworter wieder deutlich steigt. Das Friedensprojekt alleine ist insbesondere der jüngeren Generation zu wenig. Wir brauchen eine handlungsfähige starke Union, die in den großen Fragen Lösungen zustande…

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15.07.2016