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Wie Feinstaub die Lunge schädigt

Die unsichtbaren Schadstoffe lösen häufig eine Entzündung aus und verstärken Erkrankungen der Lunge oder des Herz-Kreislauf-Systems. Mehr und mehr wird Feinstaub auch als Ursache von Lungenkrebs erkannt.

David M. Skiba / shutterstock.com
von
Wolfram Goertz
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Man sieht ihn nicht, er scheint gänzlich abwesend, und wenn alle Tage wieder die Meldungen über stark erhöhte Messwerte an die Öffentlichkeit dringen, schütteln die Leute den Kopf: So schlimm wird es ja nun auch wieder nicht sein!

Leider ist es noch schlimmer. 300 Millionen Kinder weltweit atmen giftige Luft ein, und nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation gibt es weltweit jährlich drei Millionen Todesfälle durch Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerke. Und die Belastungen durch Autoabgase und Feinstaub ist in ihrer ganzen Tragweite noch nicht bemessen.

Wenn mit jedem Atemzug ultrafeine Staubpartikel oder Schadstoffteilchen in die Lunge dringen, sind Tausende Menschen bedroht. Experten mahnen, dass die Zahl schwerer Lungen- und Herzerkrankungen durch die schlechte Luft in den Städten immer weiter steigen wird. Bedroht von Feinstaub und Stickoxiden aus Autoabgasen seien vor allem Anwohner stark belasteter Straßen, die ohnehin schon Gesundheitsprobleme haben.

„Die Schadstoffe lösen in erste Linie eine Entzündung aus – und verstärken bereits bestehende Erkrankungen der Lunge oder des Herz-Kreislauf-Systems“, erklärte Christian Witt, Leiter des Arbeitsbereichs Ambulante Pneumologie der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie der Charité Berlin. 340.000 Deutsche lebten an belasteten Straßen, mehrere Studien gingen von rund 73.000 vorzeitigen Todesfällen durch Luftverschmutzung aus. Europaweit seien es eine halbe…

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14.03.2017