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Kultur

Wer ist Oda Jaune?

Zum ersten Mal seit Jahren gibt die Witwe des 2007 gestorbenen Jörg Immendorff ein Interview. Die 36-Jährige lebt inzwischen in Paris und hat sich einen Namen als Künstlerin gemacht. Wir trafen sie in Berlin, wo sie einen Dokumentarfilm über ihre Arbeit präsentierte.

360b / Shutterstock.com
von
Philipp Holstein
und
Stefan Weigel
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Kultur

Erster Eindruck: Sie ist so zierlich. Oda Jaune trägt weiße Lee-Jeans, dazu ein Leinentop. Sie steht auf hohen Sandalen aus Schlangenleder im angesagten Hotel „Das Stue“ nahe dem Berliner Zoo und spricht mit hauchdünner Stimme: „Hallo“, sagt sie. Sie lächelt und legt den Kopf schräg. Scheu, sympathisch. Sie setzt sich, stützt die Ellenbogen auf die Knie und bestellt Wasser ohne Kohlensäure. Ihre Handtasche ist aus sandfarbenem Wildleder. Ein Klatschmagazin schaut heraus, und als sie ihr roséfarbenes iPhone hervorkramt, sieht man auf dem Display, dass sie die „Greatest Hits“ von Leonard Cohen gehört hat.

Oda Jaune ist ein Rätsel. Die Frau, die als Michaela Danowska in Bulgarien geboren wurde, hat sich während ihrer Ehe mit Jörg Immendorff, den sie mit 17 kennengelernt hatte und der sie an der Kunstakademie unterrichtete, selten zu Wort gemeldet. Auch nach seinem Tod 2007 schwieg sie. Die junge Witwe verließ mit der gemeinsamen Tochter das Haus an der Stephanienstraße in Düsseldorf und zog nach Paris. Die Prozesse, die um Erbe und Kunst Immendorffs geführt wurden und werden, kommentiert sie nicht.

Sie ist 36 Jahre alt und hat sich als Künstlerin einen Namen gemacht. Ihre Arbeiten werden von der Galerie Daniel Templon verkauft, die auch Warhol und Lichtenstein betreute. Sie soll mit dem Musiker DJ Fetisch zusammenleben, hört man. Ansonsten weiß man wenig. Gerade ist eine Doku ins Kino gekommen, „Wer ist Oda Jaune?“ heißt sie. Ein toller Film, obwohl sich…

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02.07.2016