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Technik

Wenn Roboter Wahlkampf machen

Künstlich erzeugte Kommentare von „Social Bots“ verfälschen im Netz politische Meinungsbildung. Kommt der Trend nun auch zu uns?

JoeBakal / shutterstock.com
von
Jan Drebes
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BERLIN Im politischen Meinungskampf geht es um Argumente, vor allem aber geht es um Gewinner und Verlierer. Schließlich sollen am Ende eines Wahlkampfes die Abstimmungen auch gewonnen werden. Da kommt es Parteien, Interessenverbänden oder deren Gegnern sehr gelegen, wenn sie die öffentliche Wahrnehmung ihrer Inhalte beeinflussen können – und damit möglicherweise auch die Wahlentscheidungen hunderttausender Bürger.

Technisch möglich machen das sogenannte „Social Bots“, abgeleitet vom englischen Wort „robots“. Diese Programme erzeugen künstlich tausende Nutzerprofile in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook. Die Profile sehen samt Foto zwar authentisch aus, sind es jedoch nicht und können beliebig ferngesteuert werden, um massenweise Kommentare abzugeben. Zudem sind sie günstig zu haben: So werden im Netz 10.000 künstlich erstellte Twitter-Konten als Follower für weniger als 500 US-Dollar (rund 460 Euro) angeboten.

Zum Einsatz kamen solche Bots zuletzt vor allem in der Ukrainekrise, vor der Abstimmung der Briten über einen EU-Austritt oder nun im US-Wahlkampf zwischen der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton und ihrem republikanischen Herausforderer Donald Trump. Vor allem Trump hatte einer Studie zufolge Rückendeckung durch Bots auf Twitter erhalten, indem der Kurznachrichtendienst mit positiven Kommentaren über Trump geflutet wurde.

Die Oxford University ermittelte beispielsweise, dass nach der…

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24.10.2016