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Verbrechen

„Warum sterben hier Leute?“

Ein großer Knall, eine Schneise der Verwüstung, Tote und Verletzte: Eindrücke und Berichte vom Horror im Herzen Berlins.

Sergey Kohl / Shutterstock.com
von
Jan Drebes
und
Frank Vollmer
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Verbrechen

BERLIN/DÜSSELDORF Es ist kurz nach 20 Uhr, als die Menschen auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin einen lauten Knall hören. Es ist der Moment, in dem die Vorweihnachtsstimmung in Deutschland endet. In diesem Moment fährt ein schwarzer Sattelzug in den Weihnachtsmarkt im Herzen der Hauptstadt – in der Nähe des Bahnhofs Zoo, im Bezirk Charlottenburg. Neun Tote und Dutzende Verletzte sind die traurige Bilanz der Rettungsdienste am späten Abend.

Augenzeugen berichten, der schwarze Lastwagen mit polnischem Kennzeichen sei durch eine Gasse des Weihnachtsmarkts gerast. Auf 60 bis 80 Meter schätzt die Polizei später die Strecke. Auf dem Gehweg an der Budapester Straße kommt er schließlich zum Stehen. Die Frontscheibe ist gesplittert, die Seitenplane aufgeschlitzt. Unter dem Anhänger ragt ein künstlicher Weihnachtsbaum hervor.

Unmittelbar nachdem der Lkw in die Buden raste, ist ein 62-jähriger Anwohner vor Ort. Die Buden des Marktes hätten die Seite des Anhängers zerstört, vermutet er. Unter dem Laster hätten fünf Menschen gelegen. Als er vorbeiging, berichtet der Mann, habe der Fahrer noch im Führerhaus gesessen; er sei in sich zusammengesunken gewesen. Der Fahrer flüchtet; später nimmt die Polizei einen Mann fest, der dieser Fahrer sein soll.

Der Laster hat uns vielleicht um drei Meter verfehlt“, berichtet Mike Fox, ein Tourist aus der englischen Stadt Birmingham, der „Daily Mail“. Auf seinem Weg habe das riesige…

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20.12.2016