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Politik

Wahlkampfschlager Rente

Es rächt sich, dass die große Koalition so viel Geld für die Rente ab 63 und die Mütterrente ausgegeben hat. Die Altersarmut steigt, und es ist kein Geld mehr für weitere teure Reformen da. Dabei sind die notwendig.

De Visu / shutterstock.com
von
Birgit Marschall
und
Eva Quadbeck
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Politik

BERLIN Wenn CSU-Chef Horst Seehofer auf dem sozialpolitischen Feld „A“ sagt, muss SPD-Arbeitsministerin Andrea Nahles „B“ sagen, ist doch klar. Der Instinktpolitiker Seehofer hat als Erster erkannt, dass immer mehr Bürger um ihre Renteneinkommen bangen müssen, weil ihre Sparbücher, Lebensversicherungen und Riester-Verträge nur noch sehr geringe Renditen abwerfen. Flugs forderte Seehofer beim Spitzentreffen der Union am Sonntag, die Union müsse eine Reform in Kraft setzen, um das zu niedrige Rentenniveau anzuheben, das künftige Generationen zu erwarten haben. Nahles konterte und kündigte ein „Gesamtkonzept“ für die Rente bereits im Herbst an. Fest steht, die Rente wird eines der wichtigsten Wahlkampfthemen für die Bundestagswahl 2017 werden.

Altersarmut
Männer erhielten Mitte 2014 im Schnitt eine gesetzliche Rente von 1013 Euro, Frauen von 762 Euro pro Monat. Von den 15,5 Millionen Altersrentnern sind heute zwar erst 288.000 oder rund zweieinhalb Prozent auf die Grundsicherung im Alter angewiesen, eine Art Sozialhilfe, die im Durchschnitt 770 Euro pro Monat beträgt. Doch die Zahl der Bezieher wächst stetig, weil viele nicht lang genug oder zu wenig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, um später auf eine Rente über dem Niveau der Grundsicherung zu kommen. Das gilt für viele Solo-Selbstständige, Teilzeitkräfte, Mini-Jobber oder für Menschen mit häufigen Erwerbsunterbrechungen.

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13.04.2016