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Gesellschaft

Vom Flüchtling zum Klinik-Arzt in NRW

Fast zwei Jahre nach seiner Flucht aus dem syrischen Kobane ist Ahmad Mohammad inzwischen auch beruflich in Deutschland angekommen. Doch der Weg zur Zulassung als Arzt und zu einem Job an einer deutschen Klinik war lang und kompliziert.

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von
Semiha Ünlü
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DÜSSELDORF Als Ahmad Mohammad nach seiner fast zweieinhalbmonatigen Flucht aus Kobane in Berlin ankommt, erwarten ihn dort keine Willkommensschilder, keine winkenden Hände oder lächelnde Gesichter. Es ist Februar 2014, die deutsche Öffentlichkeit weiß noch nicht viel von der Flucht syrischer Kurden vor der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), das ehrenamtliche Engagement ist noch nicht so überwältigend wie seit einigen Monaten. Als der vierfache Familienvater und Witwer aus dem Flugzeug steigt, gehen ihm viele Fragen durch den Kopf. Wo soll er hin, wo schlafen? Und vor allem: Wird er bleiben und seine Familie nachholen dürfen?

22 Monate später steht Ahmad Mohammad in einem weißen Kittel mit Namensschild auf der Station für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Sana-Klinik in Düsseldorf. Auf dem Arm trägt der Assistenz-Arzt Marie-Izogie, eines der vielen Babys, bei deren Geburt der 36-Jährige in den vergangenen Wochen geholfen hat. Wieder auf einer Krankenstation arbeiten, sich um Patienten kümmern und finanziell für sich und seine Familie aufkommen zu können: Das habe er bei seiner Ankunft in Deutschland vermisst. „Es macht mich stolz und gibt mir das Gefühl, in Deutschland angekommen zu sein und eine Perspektive zu haben“, sagt Mohammad heute.

Doch die Integration von Fachkräften wie Ahmad Mohammad in den deutschen Arbeitsmarkt gestaltet sich schwierig. Diese Erfahrung macht auch der 36-jährige Kurde aus Kobane. Um die Zulassung als…

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29.12.2015