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Gesellschaft

Unter Frollegen

Aus Kollegen werden immer häufiger Freunde – Frollegen. Viele verbringen auch nach der Arbeit Zeit miteinander. Aber wie viel Privates sollte man im Job preisgeben?

Rawpixel.com / shutterstock.com
von
Leslie Brook
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Gesellschaft

ERLANGEN Man verbringt mit ihnen mehr Zeit als mit seinem Partner. Mindestens acht Stunden am Tag, oft jedoch mehr, und das an durchschnittlich 222 Arbeitstagen pro Jahr. Da passiert es recht schnell, dass Kollegen zu einer Art Freunde werden, dass sich Privates und Berufliches vermischt, dass man sogar Geheimnisse teilt und auch abends mal etwas zusammen trinken geht. Kurz: dass man unter Frollegen – eine Mischung aus Kollegen und Freunden, im Englischen als „frolleagues“ bezeichnet – arbeitet.

Wer in derselben Firma angestellt ist, hat von vorneherein einiges gemeinsam: etwa einen ähnlichen Werdegang, ähnliche Interessen, ähnliche Werte – und oft auch ähnliche Probleme. Das schweißt zusammen und birgt viel Gesprächsstoff. Durch den bloßen Kontakt wird man sich meist schon sympathischer, sagt Psychologin Sabine Hommelhoff von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen. Im Laufe der Zeit entdeckt man dann vielleicht noch weitere Gemeinsamkeiten, zum Beispiel einen ähnlichen Humor.

Zudem wird in vielen Unternehmen das Miteinander gefördert. So scheint sich die Zahl der Freundschaften am Arbeitsplatz zu erhöhen: Drei bis vier Freunde haben berufstätige Deutsche durchschnittlich im Job, das hat Hommelhoff in einer (nicht repräsentativen) Studie herausgefunden. „Ich war von der Zahl ein bisschen überrascht, da ich mit weniger gerechnet hätte“, sagt die Studienleiterin. Denn sie hatte den rund 200 Teilnehmern eine Definition vorgegeben,…

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16.07.2016