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Politik

„Über grünes Kernmilieu hinauswirken“

Die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt beharrt nicht auf einer Vermögensteuer, mag den Begriff „bürgerlich“ und will mehr Geld in Schulen stecken.

von Jonas Rogowski (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
von
Birgit Marschall
und
Eva Quadbeck
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Politik

BERLIN Die Grünen-Fraktionsvorsitzende und frisch gebackene Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt liebt es, in ihrer Freizeit mit dem Boot auf dem Wasser zu sein. Sie zeigt uns ihre neue Rettungsschwimmweste, die sie gerade gekauft hat. Die Weste ist schwarz, nicht gerade eine gut erkennbare Farbe auf dem Wasser. Nun überlegt sie, ob sie die Weste umtauscht und die Farbe lieber noch wechselt. 

Die Grünen-Mitglieder haben sich bei der Wahl der Spitzenkandidaten gegen den linken Parteiflügel entschieden. Will die Grünen-Basis eine bürgerlichere Außendarstellung?

Göring-Eckardt: Das war eine Entscheidung für Leute mit Erfahrung an der Spitze in unruhigen Zeiten und dafür, dass wir Grüne einen klaren Regierungsanspruch haben. Mit dem Begriff „bürgerlich“ bin ich sonst sehr einverstanden. Ich verbinde ihn mit dem Staatsbürgertum, das Verantwortung für die Gesellschaft übernimmt.

Bedeutet Ihre Wahl, dass die Grünen mehr Mainstream liefern sollen?

Göring-Eckardt: Es ist das Signal: Wir wollen Spitzenkandidaten, die über das normale grüne Kernmilieu hinauswirken. Leute treten gerade bei den Grünen ein, weil sie einen Populisten wie Trump ablehnen. Viele Menschen wollen bei der Bürgerbewegung für Demokratie und Offenheit dabei sein.

Gerade würde es weder für SchwarzGrün noch für Rot-Rot-Grün reichen. Würden Sie…

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23.01.2017