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Wirtschaft

Türkei vergrätzt deutsche Investoren

Die Folgen der verschärften Tonlage zwischen Berlin und Ankara sind absehbar: Handel, Tourismus und deutsche Investitionen dürften weiter zurückgehen. Die Bundesregierung scheint das in Kauf zu nehmen.

By H005 (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
von
Birgit Marschall
und
Eva Quadbeck
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Wirtschaft

Berlin Berlin will die dauernden Provokationen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nicht mehr tatenlos hinnehmen, sondern schlägt nach der aus seiner Sicht völlig ungerechtfertigten Verhaftung des deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner in der Türkei nun härtere Töne an. Die Bundesregierung verschärfte die Reisehinweise für die Türkei und überprüft die staatlichen Hermes-Bürgschaften für Exporte an den Bosporus. Das wird nicht folgenlos bleiben für die politische Lage, die Wirtschaft beider Länder und den Tourismus.

Welche politischen Folgen hat die Neuausrichtung der deutschen Türkei-Politik? Die Reaktion aus Ankara ließ nicht lange auf sich warten: Präsident Erdogan ist nicht zum Dialog mit Deutschland bereit. Steudtner und dem seit Monaten inhaftierten Journalisten Deniz Yücel wird die scharfe Positionierung Berlins also nicht helfen. Dramatisch ist, dass mit den immer schlechter werdenden Beziehungen auch die Partnerschaft beider Länder in der Nato auf dem Spiel steht.

Auch innenpolitisch hat das Folgen: „Das Zusammenleben von Deutschen und Türken in Deutschland wird jetzt nicht einfacher“, sagt der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu. „Aber wir müssen auch in der türkischen Gemeinde anfangen, über Menschenrechte zu reden. Wir können nicht zusehen, wenn in der Türkei Menschen einfach verhaftet werden.“…

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21.07.2017